Archiv der Kategorie: Kriminalroman

Kahlschlag (Joe R. Lansdale)

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kahlschlagMittlerweile habe ich schon viele verschiedene Romane von Joe R. Lansdale gelesen. Davon gefielen mir die, die während der 30er Jahre in den Südstaaten spielen, am besten. Auch Kahlschlag“ spielt zu dieser Zeit, kommt meiner Meinung nach aber nicht die wundervollen Romane „Dunkle Gewässer“ und „Die Wälder am Fluss“ heran.

Anders als in den beiden letztgenannten Büchern wird in „Kahlschlag“ die Handlung nicht aus der Sicht eines Kindes bzw. Jugendlichen beschrieben. Die Hauptfigur Sunset ist eine erwachsene Frau, die ihren brutalen Ehemann erschießt.

Schonungslos schildert Lansdale das Leben in Texas. Auch wenn mir klar ist, wie Schwarze und Frauen zur damaligen Zeit behandelt wurden, bin ich jedes Mal wieder überrascht, wenn plötzlich von einem Auto die Rede ist und mir somit vor Augen geführt wird, dass diese Zeit noch nicht so lange zurück liegt.

Wie immer schafft es Lansdale faszinierende Figuren zum Leben zu erwecken. Allerdings begann nach einem furiosen Einstieg eine leichte Durststrecke, die dafür sorgte, dass ich das Buch nicht an einem Stück weiter las und sogar ein paar Tage Pause machte. Dann kommt zum Glück aber wieder richtig Spannung auf.

Sterne: 4 von 5

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Der Mann im Park (Pontus Ljunghill)

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der mann im parkWer gerne ruhige Krimis mit viel Details mag, ist mit „Der Mann im Park“ bestens bedient. Mir war das knapp 650 Seiten umfassende Buch viel zu lang. Die Hälfte hätte mir auch gereicht.

Ausführlich wird beschrieben, wie die Ermittler eines Mordfalls vorgehen. Es geht aber auch um deren Privatleben, allen voran dem von John Stierna. Stiernas Ehe, seine Mahlzeiten, … werden beleuchtet. Dabei erlebt der Leser mit, wie Stierna langsam daran zerbricht, dass der Mörder nicht gefasst werden kann.

Da dem Leser von Anfang klar ist, dass der Mörder 1928 nicht gefasst wird, hält sich die Spannung in Grenzen. Dafür gefiel mir das Ende, das sich für mich erst auf den letzten Seiten abzeichnete, umso besser.

Interessant war, dass der Fall Anfang des letzten Jahrhunderts spielt. Das hat natürlich zur Folge, dass begrenztere Ermittlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Sterne: 3 von 5

Am Ende der Treppe, hinter der Tür (Sabine Ludwig)

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am ende der treppeMartha ist 16 und hat vor zwei Jahren ihren Vater verloren. Nun ist sie zusammen mit ihrer Mutter zu dem neuen Freund ihrer Mutter gezogen. Martha hasst ihr neues Leben. Als sie mitbekommt, wie in der Wohnung über ihnen eine Frau ermordet wird, beschließt sie, den Mörder zu erpressen.

Am Ende der Treppe, hinter der Tür“ ist kein Thriller. Eigentlich auch kein Krimi. Vielmehr geht es um Martha und ihre pubertären Probleme. Wenn ich nicht wüsste, dass Martha sich wie ein typischer Teenager verhält, hätte sie mich extrem genervt. So ist es aber Sabine Ludwig gut gelungen, die Gefühlswelt eines heranwachsenden Kindes darzustellen. Martha ist launisch, auf sich konzentriert. Nebenbei schwärmt sie für ihren Englischlehrer.

Erst zum Ende hin entwickelt sich dieser Roman zu einem Krimi. Die Ereignisse überschlagen sich. Es wird richtig spannend. Ob die Handlungsweise einzelner Personen glaubwürdig ist, sei dahingestellt.

Mir hat dieses Buch gut gefallen. Nachdem mir schnell klar wurde, dass ich kein Krimi erwarten darf, habe ich mich auch dieses Buch eingelassen und wurde bestens unterhalten.

Sterne: 4 von 5

Wer Blut vergießt (Deborah Crombie)

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wer blut vergießtWer Blut vergießt“ ist der fünfzehnte Teil um die Ermittler Gemma James und Duncan Kincaid. Aufgrund vorangegangener Ereignisse ist Gemma wieder voll im Berufsleben und Duncan hat sich Elternzeit genommen. So kommt es, dass Gemmas Ermittlungen hauptsächlich im Mittelpunkt dieses Krimis stehen. Allerdings schafft es Duncan immer wieder, ein paar wichtige Informationen, die zur Lösung beitragen, zu ermitteln.

Vor allem wegen der sympathischen Hauptfiguren lese ich Deborah Crombies Bücher so gerne. Sie wirken realistisch und glaubwürdig.

Obwohl „Wer Blut vergießt“ spannend ist, habe ich mich beim Lesen richtig wohl gefühlt. Die Atmosphäre stimmt und es macht Spaß, alte Freunde zu „besuchen“.

Alle, die aber noch nie ein Buch von Deborah Crombie gelesen haben, sollten allerdings mit dem ersten Teil beginnen, damit sie die Gelegenheit haben, die Figuren kennen zu lernen.

Sterne: 4 von 5

Der Mann im Park (Pontus Ljunghill)

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mann im parkWer gerne ruhige Krimis mit viel Details mag, ist mit „Der Mann im Park“ bestens bedient. Mir war das knapp 650 Seiten umfassende Buch viel zu lang. Die Hälfte hätte mir auch gereicht.

Ausführlich wird beschrieben, wie die Ermittler eines Mordfalls vorgehen. Es geht aber auch um deren Privatleben, allen voran dem von John Stierna. Stiernas Ehe, seine Mahlzeiten, … werden beleuchtet. Dabei erlebt der Leser mit, wie Stierna langsam daran zerbricht, dass der Mörder nicht gefasst werden kann.

Da dem Leser von Anfang klar ist, dass der Mörder 1928 nicht gefasst wird, hält sich die Spannung in Grenzen. Dafür gefiel mir das Ende, das sich für mich erst auf den letzten Seiten abzeichnete, umso besser.

Interessant war, dass der Fall Anfang des letzten Jahrhunderts spielt. Das hat natürlich zur Folge, dass begrenztere Ermittlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Sterne: 3,5 von 5

Der Heiler (Antti Tuomainen)

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Klimaveränderungen haben für drastische Veränderungen in der Welt gesorgt, auch Finnland ist davon betroffen. Tapani Lehtinens Ehefrau, eine Journalistin, hat sich seit einem Tag nicht mehr bei ihm gemeldet. Er vermutet, dass das Verschwinden mit den Recherchen der Journalistin zusammenhängt. Johanna stellte Nachforschungen zum „Heiler“ an, einem Serienmörder, der seinen Opfern Mitschuld an den verheerenden Umweltkatastrophen gibt.

Der Heiler“ ist der erste Roman, den ich lese, der in Finnland spielt. Besonders die für uns ungewöhnlichen Namen bereiteten mir zu Beginn etwas Schwierigkeiten.

Im Vordergrund dieses Buchs steht Tapanis Suche nach seiner Frau und seine Ermittlungen. Die Morde des „Heilers“ sind, anders als man nach dem Lesen des Klappentextes vermuten könnte, nur ein Auslöser für die folgende Handlung. Allerdings würde ich „Der Heiler“ weniger als Thriller, sondern mehr als Krimi bezeichnen.

Dank seines Weltuntergangszenarios hat Antti Tuomainen ein düsteres Buch geschaffen. Hier verursacht nicht der Serienmörder Frösteln, sondern die skizzierte Gesellschaft, die dem Untergang geweiht ist. Es herrschen Chaos und Gewalt. In dieser Welt möchte niemand leben.

Mit seinen knapp 215 Seiten ist das Buch flott durchgelesen. Besonders in diesem verregneten Sommer kann sich der Leser sehr gut von der düsteren Atmosphäre einfangen lassen. Im Endeffekt schwanke ich zwischen drei und vier Sternen. Drei, weil ich dank des Klappentextes und der Bezeichnung als Thriller einfach andere Erwartungen hatte, vier, weil ich die düstere Stimmung klasse fand.

Sterne: 3,5 von 5

Sterbensangst (David Mark)

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  • Titel: Sterbensangst
  • Autor: David Mark
  • Originaltitel: The Dark Winter
  • Reiheninfo: Beginn einer neuen Serie
  • Verlag: Ullstein
  • Seitenzahl: 349
  • ISBN: 978-3-548-28433-0
  • Kaufmöglichkeit: hier
  • Erscheinungsdatum: 13. Juli 2012

Inhalt:

Kurz vor Weihnachten wird eine junges Mädchen in einer Kirche niedergestochen. Kurz darauf wird ein Mann verbrannt. Der Polizist Aector McAvoy ist davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang gibt und macht sie auf die Suche nach dem Täter und mögliche weitere Opfer.

Rezension:

„Sterbensangst“ ist der erste Roman von David Mark, der vorher als Gerichtsreporter arbeitete. Dieser Kriminalroman ist der Start einer Reihe um den Polizisten Aector McAvoy, der in der nordenglischen Küstenstadt Hull lebt.

Aector McAvoy ist ein Ermittler, der nicht den üblichen Klischees entspricht. Körperlich ist er ein Riese, aber seltsam unsicher und zurückhaltend. Seine Familie und Gerechtigkeit sind das, was für ihn zählen. Vermutlich da er so gar nicht zu dem bekannten Bild eines Polizisten in Kriminalroman passt, hatte ich zu Beginn leichte Probleme mit Aector McAvoy. Doch je mehr ich über ihn erfuhr, desto mehr wuchs er mir ans Herz.

Der Kriminalfall ist spannend. Obwohl das Motiv für die Morde sich im Laufe der Handlung für den Leser abzeichnet, bleiben der Auslöser und der Täter bis kurz vor dem Ende unbekannt. Die Taten sind brutal, die Szenen werden aber nicht so detailliert beschrieben, dass empfindlichere Leser abgeschreckt werden.

David Mark gelingt es gut, die Atmosphäre der englischen Stadt Hull während der Winterzeit wiederzugeben.

Allerdings lag mir der Schreibstil des Autors nicht sehr. David Mark schreibt im Präsens. Wenn Aector McAvoys Eindrücke geschildert, wirkt dieses manchmal abgehackt und hektisch. Zum Ende hin hatte ich mich aber daran gewöhnt. Dennoch würde ich mir wünschen, dass David Mark bei seinen nächsten Büchern nicht mehr den Präsens wählt.

Fazit: „Sterbensangst“ ist ein Kriminalroman mit einem Täter, der einem Thriller entsprungen sein könnte. Der Polizist Aector McAvoy hebt sich erfreulich von den üblichen harten Ermittlern, die die Krimiszene hauptsächlich bevölkern, ab. Der Schreibstil des Autors dürfte aber nicht jedem Leser liegen.

Sterne: 3,5 von 5

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar.