Archiv der Kategorie: Erotik

Breathless – Gefährliches Verlangen (Maya Banks)

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9129_1A_LYX_BREATHLESS.IND8Seit Jahren begehrt Gabe Mia, die jüngere Schwester seines besten Freundes. Schließlich bietet er ihr einen Vertrag an, der ihre sexuelle Beziehung regeln soll. Mia unterschriebt.

So ungefähr läuft es in den ersten Kapiteln ab. Gabe küsst Mia zum ersten Mal, bestellt sie zum nächsten Tag in sein Büro ein, übergibt den Vertrag, sie liest ihn sich am Wochenende durch und unterschreibt ihn. Kaum ein Zögern oder ein mulmiges Gefühl. Mir kam das unglaubwürdig und überhastet vor. Selbst die Erklärung, dass Mia sich zu sehr von Gabe angezogen fühlt, kann mich wirklich kaum überzeugen. Ich an ihrer Stelle hätte zumindest den Versuch gestartet, Gabe dazu zu überreden, auf einen Vertrag zu verzichten.

Auch im weiteren Verlauf hatte ich den Eindruck, die Autorin wollte zwar einen SM-Roman schreiben, stand aber nicht wirklich dahinter. Die scheinbar notwendigen Praktiken werden alle geliefert, als würde sie eine Checkliste abarbeiten, aber es kommt keine passende, leicht bedrohliche Atmosphäre auf.

Mia nimmt alles ohne jedes Wimpernzucken hin, als sei sie ein langjähriger Profi. Besonders extrem ist diesbezüglich die Parisszene.

Gabe konnte ich seine dominante Rolle nicht abnehmen. Trotz entsprechender Handlungen wirkte alles nur aufgesetzt.

Insgesamt ist mir „Breathless“ zu glatt und zu gewollt.

Sterne: 2 von 5

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Fifty Shades Darker (E. L. James)

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Fünf Tage ist es her, dass Ana Christian an den Kopf warf, dass er ein Perversling sei, und ihn verließ. Jetzt bittet Christian sie um einen neuen Versuch, dabei will er sich nach ihren Bedingungen richten.

Nachdem ich letzte Woche den ersten Teil der Reihe gelesen hatte und diesen ziemlich unterhaltsam fand, habe ich mir dank des Cliffhangers „Fifty Shades Darker“ besorgt.
Fifty Shades Darker“ setzt nahezu nahtlos da an, wo „Fifty Shades of Grey“ geendet hat.

Schon der erste Teil lieferte eine sehr weichgespülte Variante von BDSM und „Fifty Shades Darker“ ist in dieser Beziehung noch harmloser. Viel mehr als Fesselspielchen und ein paar Klatscher auf den Po gibt es kaum. Von einem Vertrag, in dem es um Doms und Subs geht, ist überhaupt nicht mehr die Rede.

Während im ersten Teil Christian noch (vergeblich) versuchte, Ana nach seinen Spielregeln zu dominieren, krempelt sie jetzt sein Gefühlsleben deutlich um. Der „tortured hero“ wird gezähmt, eine Heilung seiner emotionalen Wunden ist in Sicht. Ana und der Leser erfahren mehr über Christians Vergangenheit und die Gründe für seine sexuellen Vorlieben. Ich muss gestehen, dass mir Christian in diesem Buch wesentlich sympathischer war.

Ich habe „Fifty Shades Darker“ bedeutend entspannter als „Fifty Shades of Grey“ gelesen, da hier kein Vertrag drohte, der mir im ersten Teil doch ein wenig Magengrimmen verursachte. Dafür bin ich aber auch nicht so schnell durch die Seiten geprescht.

Neben emotionalem Striptease und einigen Sexszenen gibt es Begegnungen mit ehemaligen Gespielinnen, einen lüsternen Chef und Mrs Robinson mischt auch kräftig mit.

Der Schreibstil hat sich nicht wesentlich gebessert, aber da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, ist es mir nicht ganz so eklatant aufgefallen. Von Vorteil ist auch, dass Ana nicht mehr wie im ersten Teil plötzlich von einem tolpatschigen, naiven Mädchen zu einer sexuell sehr aktiven Frau mutieren muss.

Fazit: Hirn ausschalten und sich unterhalten lassen. Wem der erste Teil gefallen hat und wissen möchte, wie es mit Ana und Christian weiter geht, bekommt eine Antwort geliefert, die viele Leser sicherlich befriedigen wird. Wer aber nicht auf Liebesromane steht, sollte hiervon die Finger lassen.
Wie beim ersten Teil komme ich auf 3,5 Sterne.

Shades of Grey (E.L. James)

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Für alle Leser, die überraschenderweise noch nichts von diesem Buch gehört haben, hier eine kurze Inhaltsangabe: Die unschuldige Studentin Anastasia Steele ist von dem Millionär Christian Grey fasziniert. Doch anstatt der erhofften Beziehung bietet er ihr einen BDSM-Vertrag an, in dem er die dominante Rolle übernimmt.

Nach dem ganzen (sicherlich marketinggesteuerten) medialen Trubel um dieses Buch hatte ich einen schockierenderen Roman erwartet. Doch die skandalösen Überraschungen hielten sich in Grenzen.
Sicher, BDSM ist kein Thema, das normalerweise bei Kaffeekränzchen diskutiert wird, aber es gibt garantiert härtere Romane dieser Art.
Selbst die Zahl der Sexszenen hält sich für einen 600-seitigen Erotikroman in Grenzen. Wer beispielsweise die Meredith Gentry-Reihe von Laurell K. Hamilton gelesen hat, weiß, was ich meine.

Shades of Grey“ ist kein literarisches Meisterwerk, aber es hat mich bestens unterhalten und ich hatte das Buch in Windeseile durch. Ich könnte mich theoretisch lang und breit sprachliche Wiederholungen und bildliche Klischees auslassen, aber das trifft auf so einige Bücher, die auf den Bestsellerlisten stehen, zu.
Wichtig ist, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und mit beiden Hauptfiguren mitgefiebert habe. Zwischendurch musste ich sogar beim Lesen des Emailverkehrs zwischen Ana und Christian schmunzeln. Dank des Cliffhangers am Ende habe ich mir bereits den zweiten Teil der Reihe bestellt.
Trotz allem habe ich ein paar Kritikpunkte. Anas teilweise extreme Naivität ging mir manchmal ziemlich auf die Nerven. Welche 23-jährige hat noch nie von Blümchensex gehört? Außerdem, welche Literaturstudentin, die nicht am Hungertuch nagt, besitzt keinen eigenen PC?

Einige Kritiker tun so, als sei es der Untergang des Abendlandes, weil so viele Frauen begeistert diesen Roman lesen. Doch besteht wirklich die Gefahr, dass alle Leserinnen nun zu devoten Frauchen werden? Meiner Meinung garantiert nicht. Obwohl ich fasziniert am lesen war, habe ich immer innerlich die Faust in der Tasche geballt, wenn ich „devot“ oder „Sub“ las.
„Shades of Grey“ ist doch tatsächlich eine verschärfte Variante eines beliebten Themas in Liebesromanen. Da ist der emotional beschädigte Mann, der durch die Liebe zu einer Frau geheilt wird. Denn darauf läuft es doch sicherlich auch bei dieser Reihe hinaus. Und lesen wir nicht solche Märchen immer wieder gerne?
Allerdings gehe ich stark davon aus, dass alle im Buch gelieferten Erklärungen, warum Christian so verkorkst ist, auf Küchenpsychologie beruhen.

Bekannterweise entstand „Shades of Grey“ als Fanfiction zu Twilight. Ich habe zwar nur die ersten beiden Bücher der Vampirreihe gelesen, kann aber keine enormen Parallelen erkennen, die nicht auch auf andere Liebesromane zutreffen würden. Allerdings ist Christian wie Edward ein Stalker. Während dies in Twilight romantisch verbrämt wird, wird in „Shades of Grey“ ehrlich zugegeben, dass dies Züge eines Kontrollfreaks sind. Einen Christian Grey würde ich im realen Leben nicht geschenkt haben wollen.

Ich kann verstehen, wenn Lesern dieses Buch überhaupt nicht gefällt, sei es wegen des Inhalts oder des Schreibstils. Wer weiß, an einem anderen Tag hätte ich eventuell auch viel mehr daran auszusetzen gehabt. So hatte ich aber meinen Spaß beim Lesen, quasi Guilty Pleasure.

Sterne: 3,5 von 5