Archiv der Kategorie: 2 Sterne

Breathless – Gefährliches Verlangen (Maya Banks)

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9129_1A_LYX_BREATHLESS.IND8Seit Jahren begehrt Gabe Mia, die jüngere Schwester seines besten Freundes. Schließlich bietet er ihr einen Vertrag an, der ihre sexuelle Beziehung regeln soll. Mia unterschriebt.

So ungefähr läuft es in den ersten Kapiteln ab. Gabe küsst Mia zum ersten Mal, bestellt sie zum nächsten Tag in sein Büro ein, übergibt den Vertrag, sie liest ihn sich am Wochenende durch und unterschreibt ihn. Kaum ein Zögern oder ein mulmiges Gefühl. Mir kam das unglaubwürdig und überhastet vor. Selbst die Erklärung, dass Mia sich zu sehr von Gabe angezogen fühlt, kann mich wirklich kaum überzeugen. Ich an ihrer Stelle hätte zumindest den Versuch gestartet, Gabe dazu zu überreden, auf einen Vertrag zu verzichten.

Auch im weiteren Verlauf hatte ich den Eindruck, die Autorin wollte zwar einen SM-Roman schreiben, stand aber nicht wirklich dahinter. Die scheinbar notwendigen Praktiken werden alle geliefert, als würde sie eine Checkliste abarbeiten, aber es kommt keine passende, leicht bedrohliche Atmosphäre auf.

Mia nimmt alles ohne jedes Wimpernzucken hin, als sei sie ein langjähriger Profi. Besonders extrem ist diesbezüglich die Parisszene.

Gabe konnte ich seine dominante Rolle nicht abnehmen. Trotz entsprechender Handlungen wirkte alles nur aufgesetzt.

Insgesamt ist mir „Breathless“ zu glatt und zu gewollt.

Sterne: 2 von 5

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Aber Mutter weinet sehr (Wolfgang Brenner)

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aber mutter weinet sehrMaries Sohn verschwindet spurlos. Die Polizei findet keine Spur. Bis eines Tages der Entführer Marie kontaktiert. Sie beschließt, sich allein auf die Suche nach ihrem Sohn zu machen.

Der Titel des Romans ist hier Programm. Marie ist eine äußerst anstrengende Persönlichkeit, mit der ich mich zu keinem Zeitpunkt identifizieren konnte. Während ich ihre Alleingänge zumindest noch irgendwie entschuldigen wollte, waren sie im Laufe der Handlung immer weniger nachvollziehbar. Irgendwann hätte sie doch aus ihren Fehlern lernen müssen, schließlich hatte sie bisher nie Erfolg.

Marie ist völlig ich-fixiert. Sie macht ihrem Mann und der Polizei Vorwürfe, dass sie sie nicht verstehen würden. Das hat mich so abgelenkt, dass ich kein Mitgefühl entwickeln konnte, obwohl ein kleiner Junge entführt wurde und garantiert Todesängste ausstand.

Obwohl die Handlung häufig sehr konstruiert war (ich habe z.B. nicht verstanden, warum nicht mit einem Phantombild gefahndet wird, wenn es schon kein offizielles Foto gibt), habe ich beständig weiter gelesen. Natürlich wollte ich doch wissen, was mit Johann passiert ist – und welche irren Aktionen Marie noch veranstaltet.

Da das Buch mit etwas mehr als 280 Seiten relativ kurz ist, war ich schnell durch. Somit ich kann ich diesen Roman auch wieder schnell vergessen.

Sterne: 2 von 5

Naked City: Tales of Urban Fantasy (Jim Butcher, Holly Black, Patricia Briggs, Naomi Novik, …)

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Ich lese immer wieder gerne Sammlungen mit Kurzgeschichten, wenn mir bekannte Autoren dabei sind. Meist habe ich auch so weitere interessante Autoren für mich entdeckt.

Von dieser Sammlung bin ich jedoch ziemlich enttäuscht. Obwohl der Titel „Naked City: Tales of Urban Fantasy“ lautet, konnte ich zumindest in einem großen Teil der Kurzgeschichten kein Urban Fantasy entdecken, zumindest nicht das, was ich unter Urban Fantasy verstehe.

Das hätte mich auch nicht weiter gestört, wenn mich die Geschichten ansonsten gut unterhalten hätten. Häufig musste ich mich aber fast durchquälen. Um das Buch beenden zu können, habe ich schließlich beschlossen, jeden Tag jeweils eine Kurzgeschichte zu lesen.

Mein Favorit ist „Priced to Sell“ von Naomi Novik, eine humorvolle Geschichte über den Wohnungsmarkt in New York und diverse Fantasiegestalten.

Die Storys von Jim Butcher, Holly Black und Patricia Briggs enttäuschen nicht.

„Picking Up the Pieces“ gefiel mir gut, da es um den Tag des Mauerfalls in Berlin geht.

„Daddy Longlegs of the Evening“ war gruselig, aber Roald Dahl ist besser.

Den großen Rest fand ich zum Teil nichtssagend, irritierend (da ich mich fragte, warum man darüber etwas schreibt) oder einfach nur langweilig.

Sterne: 2 von 5

Stirb (Hanna Winter)

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In Berlin geht ein Serienmörder um. Lara Simons kann ihm in letzter Sekunde entkommen, doch er verfolgt sie weiter. Also nimmt sie eine neue Identität an und zieht mit ihrer Tochter nach Rügen. Doch nach ein paar Jahren sieht es so aus, als hätte der Mörder wieder ihre Spur aufgenommen.

Stirb“ ist im Stil amerikanischer Thriller geschrieben. Während ich bei den US-Romanen Übertreibungen und mitunter Klischees akzeptiere und sogar fast erwarte, wirkt dies bei deutschen Thrillern meist unpassend.

Hanna Winters zweiter Roman ist zeitweise spannend, aber kein Thriller, an den ich noch lange denken werde. Dafür ist er zu durchschnittlich.

Meiner Meinung nach nimmt sich Hanna Winter zu wenig Zeit, einzelne Szenen, Handlungen und Gedanken zu beschreiben, so dass ich mich nicht richtig in die Situationen reinfinden konnte. Immer wieder kam ein Szenenwechsel oder Sprung.

Der Thriller hat knappe 350 Seiten, wobei die Zeilenabstände sehr großzügig sind und die Schrift relativ groß gewählt ist. Für meinen Geschmack hätte das Buch ein paar Seiten mehr benötigt.

Schade, der Anfang begann so vielversprechend. Dafür war das Ende zu vorhersehbar, bzw. der Täter schnell zu ermitteln, da zu offensichtliche Spuren gelegt wurden, die von ihm ablenken sollten.

Sterne: 2 von 5

Schweinehunde (Lotte & Soren Hammer)

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Dänemark: In einer Sporthalle werden fünf brutal ermordete Männer gefunden. Alles wirkt wie eine Hinrichtung. Während die Polizei lange Zeit im Dunkeln tappt, kursieren u.a. im Internet bald die Gerüchte, dass es sich bei den Ermordeten um Pädophile handelt. In der dänischen Bevölkerung tobt die Diskussion, wie mit den Tätern umzugehen ist.

Die Inhaltsangabe klang äußerst vielversprechend, wobei ich leichte Sorge hatte, dass ich das Thema Kindesmissbrauch schwer verkraften würde. Doch darum hätte ich mir keine Sorgen machen müssen.

Zwar beginnt „Schweinehunde“ durchaus spektakulär und grausig, aber die Spannung flacht schnell ab. Schnell ist das Motiv klar und die Täter sind auch kein Geheimnis. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Personen auftaucht, die ich irgendwann nicht mehr auseinander halten konnte. Dafür waren sie nicht interessant genug.

Enttäuschender fand ich jedoch, dass die Täter bzw. früheren Opfer sehr blass bleiben. „Schweinehunde“ hätte sicherlich mehr Wucht gehabt, wenn der Leser noch mehr aus ihrer Vergangenheit erfahren hätte.

So Leid es mir tut, dies über ein Buch mit dem Thema Kindesmissbrauch und Selbstjustiz zu sagen, aber nach dem Lesen hat mich dieser Roman kaum noch beschäftigt. Leider eine vertane Chance.

Sterne: 2 von 5