Archiv für den Monat September 2013

Und nachts die Angst (Carlo Norton)

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Sechs Jahres ist es her, dass Reeve aus den Händen eines Kinderschänders, der sie jahrelang folterte, befreit wurde. Noch immer ist sie in psychologischer Behandlung. Trotzdem ist sie bereit einem Mädchen zu helfen, das ein ähnliches Schicksal hatte. Schnell stellt Reeve fest, dass Tilly immer noch Angst vor ihrem Peiniger hat und der Polizei etwas verschweigt.

Carla Norton hat sich bisher durch ihre True Crime-Bücher einen Namen gemacht. „Perfect Victim“ steht auf der Leseliste des FBI und der dort beschriebene Fall lieferte die Idee zu „Und nachts die Angst„.

„Und nachts die Angst“ setzt da an, wo die meisten Thriller aufhören. Nämlich nach der Befreiung der Opfer. So führt Carla Norton dem Leser auch ganz deutlich vor Augen, wie schwierig das Leben nach solchen Ereignissen ist. Das macht sie unfühlsam, ohne sensationslüstern die erlebten Qualen der Mädchen auszuschlachten. Für den Leser ist es schon ausreichend mitzuerleben, wie Reeve ihr fast zerbrochenes Leben wieder zusammenkitten muss. Das hat mich deutlich mehr geschockt als detaillierte blutige Szenen.

Die Aufklärung des Verbrechens an Tilly wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal aus der Sicht von Reeve und dann immer mal wieder aus der Sicht des Täters. So weiß der Leser schon ziemlich viel, aber dennoch wird die Spannung gewahrt.

Leider konnte ich noch nicht herausfinden, ob eine Fortsetzung geplant ist. Ich würde mich aber auf jeden Fall freuen, wenn ich weiter verfolgen könnte, wie Reeve ihr Leben meistert.

Sterne: 4,5 von 5

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Love Irresistibly (Julie James)

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loveIhre erste Begegnung haben Brooke und Cade, als der stellvertrende Staatsanwalt die Anwältin bittet, bei einer Abhörmaßnahme zu kooperieren. Danach kreuzen sich ihre Wege wieder und die Funken sprühen.

Die meisten Leserinnen werden Cade bereits aus früheren Büchern kennen, wie z.B. „About that Night“. Nun wird auch er verkuppelt.

Der Witz und Esprit ist wieder da. Bei den letzten Büchern Julie James hatte ich dieses ein wenig vermisst. Aber in „Love Irresistibly“ stimmt die Chemie zwischen Brooke und Cade, die beiden geben sich nichts.

Zum Glück gibt es nicht viele Nebenkriegsschauplätze mit eher unwahrscheinlichen Verwicklungen, so dass Brooke und Cade tatsächlich viel gemeinsame Showtime bekommen.

Beides sind sympathische und interessante Figuren mit glaubwürdigen Probleme. Brooke ist ein Workoholic und Cade hat Bindungsprobleme, da sein Vater während seiner Kindheit mit Abwesenheit glänzte.

Auch wenn „Love Irresistibly“ nicht an „Practice Makes Perfect“ – eines meiner Lieblingsbücher – herankommt, hat es viel Spaß beim Lesen gemacht.

Sterne: 4 von 5

Der Mann im Park (Pontus Ljunghill)

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mann im parkWer gerne ruhige Krimis mit viel Details mag, ist mit „Der Mann im Park“ bestens bedient. Mir war das knapp 650 Seiten umfassende Buch viel zu lang. Die Hälfte hätte mir auch gereicht.

Ausführlich wird beschrieben, wie die Ermittler eines Mordfalls vorgehen. Es geht aber auch um deren Privatleben, allen voran dem von John Stierna. Stiernas Ehe, seine Mahlzeiten, … werden beleuchtet. Dabei erlebt der Leser mit, wie Stierna langsam daran zerbricht, dass der Mörder nicht gefasst werden kann.

Da dem Leser von Anfang klar ist, dass der Mörder 1928 nicht gefasst wird, hält sich die Spannung in Grenzen. Dafür gefiel mir das Ende, das sich für mich erst auf den letzten Seiten abzeichnete, umso besser.

Interessant war, dass der Fall Anfang des letzten Jahrhunderts spielt. Das hat natürlich zur Folge, dass begrenztere Ermittlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Sterne: 3,5 von 5

Todeszeichen (Saskia Berwein)

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  • 8981_1A_LYX_TODESZEICHEN.IND7Titel: Todeszeichen
  • Autor: Saskia Berwein
  • Verlag: Lyx Egmont
  • Seitenzahl: 352
  • ISBN: 978-3-8025-8981-2
  • Kaufmöglichkeit: hier
  • Erscheinungsdatum: 12. September 2013

Inhalt:

Ein Serienmörder, der „Künstler“ genannt, tötet Frauen und zerstückelt ihre Leichen. Kommissarin Jennifer Leitner setzt alles daran, den Mörder zu finden.

 

Rezension:

„Todeszeichen“ ist der erste Roman von Saskia Berwein. Meiner Meinung nach ist ihr Debüt sehr gut gelungen.

Bereits im ersten Kapitel fiel mir positiv auf, wie unaufgeregt ihr Schreibstil ist. Die Figuren, allen voran Jennifer Leitner, wirken realistisch und lebensecht.

Was mich aber ein wenig irritiert hatte, ist die Arbeitsweise von Staatsanwalt Oliver Grohmann. Ich bin zwar kein Experte und kann nicht absolut sicher sagen, was genau ein Staatsanwalt tut, aber ich habe meine Zweifel, dass ein Staatsanwalt die Zeit hat, sich so sehr in die Ermittlungsarbeit einzumischen. Fast könnte man meinen, Oliver Grohmann würde sich in seinem eigentlichen Job langweilen.

Obwohl die Morde äußerst brutal sind, wird der Täter nicht in Aktion beschrieben. Somit können auch Leser, die etwas schwächere Nerven haben, dieses Buch zur Hand nehmen. Es gibt keine Kapitel oder die Sequenzen aus der Sicht des Mörders. Das mag für mich auch ein Grund sein, dass der Mörder auch am Ende relativ gesichtslos blieb. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Insgesamt finde ich „Todeszeichen“ sehr spannend.

Während zu Beginn der Fokus auf Jennifer Leitner liegt, verschiebt sich dieser im Laufe der Handlung auf Charlotte, der Tochter des letzten Opfers. Charlotte ist eine interessante Figur. Hochintelligent, aber aufgrund ihrer Kindheit mit einer kriminellen Vergangenheit.

Die Fortsetzung, „Herzenskälte“, soll im Januar 2014 erscheinen. Ich freue mich darauf. Dann bleibt abzuwarten, wie sich die garantiert anbahnende Beziehung zwischen Jennifer Leitner und Oliver Grohmann entwickeln wird. Mir gefällt es, dass Jennifers Liebesleben kein so großes Gewicht in der Handlung hat und somit den Kriminalfall nicht verwässert.

Sterne: 4 von 5

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar.

Akt der Liebe (Joe R. Lansdale)

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Eine Prostituierte wird in Houston brutalst ermordet. Der Mörder nennt sich der Houston Hacker und sucht sich bald weitere Opfer. Die Polizei kommt schließlich zur Überzeugung, dass der Täter einer der ihren ist.

„Akt der Liebe“ ist bereits 30 Jahre alt und Joe R. Lansdale gilt mit diesem rohen Roman als Begründer des Thrillergenres. Obwohl an manchen Stellen das Alter sichtbar wird, z.B. wenn Journalisten auf ihre Schreibmaschinen einhämmern, ist dieser Thriller immer noch lesenswert.

Selbst jetzt ist „Akt der Liebe“ teilweise noch blutiger und brutaler als viele aktuelle Thriller. Lansdale bietet von Nekrophilie bis Kannibalismus alles auf.

Lansdale beschränkt sich auf das Nötigste bei der Beschreibung der Ermittlungen. Ich persönlich mag es aber, wenn ein Autor schmückendes Beiwerk liefert.

Sterne: 4 von 5

Breaking the Rules (Suzanne Brockmann)

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breaking the rulesIzzy Zanella liebt immer noch Eden, die ihn verlassen hatte, nachdem sie ihr Kind verloren hatte. Jetzt braucht sie wieder seine Hilfe und Izzy ist sofort zur Stelle.
Edens Bruder Dan, der wie Izzy ein SEAL ist, reist ebenfalls nach Las Vegas um Eden und seinem kleinen Bruder Ben zu helfen. Mit dabei ist Jenn, seine Freundin.

Suzanne Brockmanns Bücher der Troubleshooter-Serie muss man der Reihe nach lesen. Denn die Liebesgeschichten sind nicht auf ein Buch beschränkt, sondern ziehen sich durch mehrere Bände. So haben Izzy und Eden sowie Danny und Jenn schon vorher ihre Auftritte gehabt.

Auch wenn Izzy und Eden ein turbulentes Paar sind, an Sam und Alyssa oder Max und Gina nicht heran. Deren Liebesgeschichten waren herzzerreißend und ich habe jedem ihrer Bücher entgegengefiebert. Bei Izzy und Eden fehlte mir das Kribbeln. Vielleicht liegt es auch daran, dass im Buch einfach zu viele Probleme gewälzt wurden. Edens Bruder und dessen Bekannte mussten immer wieder gerettet werden. Dabei geht es außerdem u.a. um häusliche Gewalt und Kindesmissbrauch.

Dan ging mir mit seiner Doppelmoral auf die Nerven. Bevor er Jenn kennenlernte, wechselte er seine Freundinnen wie Unterwäsche, wirft aber seiner Schwester vor, dass sie zu leicht zu haben sei – um es mal freundlich auszudrücken.

Mit „Breaking the Rules“ ist das Kapitel der Troubleshooters abgeschlossen. Weitere Bücher wird es in dieser Reihe wohl nicht mehr geben.

Sterne: 3, 5 von 5