Archiv für den Monat August 2013

Und dennoch ist es Liebe (Jodi Picoult)

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Als Paige fünf war, verließ ihre Mutter die Familie, was Paige auch als Erwachsene noch nicht verarbeitet hat. Jetzt ist sie mit dem Herzchirugen Nicholas verheiratet und hat ein kleines Kind. Als ihr alles über den Kopf wächst, verlässt sie ihre kleine Familie und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter.

„Und dennoch ist es Liebe“ war mein erstes Buch von Jodi Picoult. Da ich es durchaus lesenswert, aber nicht immer fesselnd oder überzeugend fand, werde ich dennoch ein weiteres Buch von ihr lesen. Ich bin einfach optimistisch, dass die neueren Bücher mehr meinen Geschmack finden. Schließlich erschien „Und dennoch ist es Liebe“ bereits im Jahr 1993 im Original.

Während es sicherlich die Intention der Autorin war, dass der Leser sich sowohl in Paige als auch in Nicholas einfinden kann, blieb mir letzterer zum Großteil fremd. Für mich war meist kaum nachvollziehbar, warum Paige Nicholas so liebt und sich so lange für ihn verbiegt.
Nicholas selbst wirkt bis kurz vor dem Ende wie ein verstockter Egoist, der nicht verstehen will, was für ein Leben Paige geführt hat, auch für ihn. Es geht immer nur darum, was für Opfer er gebracht hat.

Das offene Ende dürfte dem einen oder anderen nicht gefallen. Ich habe es mittlerweile zweimal gelesen und je nachdem, in welcher Stimmung ich bin, interpretiere ich es in die eine oder die andere Richtung.

Trotz allem habe ich das Buch ganz gerne gelesen, da Jodi Picoult gut erzählen kann. Auch wenn das Buch ein paar kleine Längen hat, ist es meist kurzweilig zu lesen.

Sterne: 3 von 5

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Dearly Devoted Dexter (Jeff Lindsay)

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dexter2Dexter hat ein Problem. Sein Kollege Doakes hat ihn auf den Kieker und beschattet ihn. Doch dann bietet sich für Dexter eine perfekte Möglichkeit etwas Frieden zu bekommen. Ein Unbekannter foltert und verstümmelt seine Opfer auf grausamste Weise.

Dank der TV-Serie „Dexter“ bin ich auf die Bücher von Jeff Lindsay aufmerksam geworden. Wenn es anders herum gewesen wäre, hätte ich vermutlich nicht unbedingt in die Serie reingeschaut. Hier ist ausnahmsweise die Verfilmung wesentlich besser als das Original. Zumindest für meinen Geschmack.

Da Dexter der Ich-Erzähler ist, liegt der gesamte Fokus natürlich auf ihm. Die Nebenfiguren verblassen dagegen absolut. Trotzdem habe ich mich manchmal über deren Verhalten gewundert. So weiß Deborah mittlerweile welchem Hobby Dexter nachgeht, aber irgendwie wird dieses Thema nicht wirklich angesprochen. Also, ich würde schon ein ziemliches Trara machen, wenn mein Stiefbruder Spaß daran hat, Menschen umzubringen.

Die Bücher sind äußerst düster. In der Serie scheint Dexter durchaus ein paar menschliche Seiten zu besitzen, hier ist er absolut empathiefrei. Außerdem hat er seinen Spaß daran, seine Opfer zu foltern. Da ist die Serie, obwohl erst ab 18, weichgespülter.

Der Kriminalfall, der den Haupthandlungsstrang dieses Buchs bildet, ist nichts für schwache Nerven und grenzwertig. Ich lese viele Thriller, aber hier musste ich manchmal schlucken.

Dafür ist der Humor richtig schön fies und schwarz. Dexters spitzzüngige Kommentierungen sorgen für beste Unterhaltung.

Während sich die erste Staffel noch ziemlich genau an die Buchvorlage hielt, ist die Handlung des zweiten Romans für die Serienguckers neu. So kommt für alle, die die Bücher als Ergänzung lesen, keine Langeweile auf.

Sterne: 3 von 5

In tiefster Dunkelheit (Debra Webb)

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  • Titel: In tiefster Dunkelheit (Obsession)
  • Autor: Debra Webb
  • Verlag: Lyx Egmont
  • Seitenzahl: 315
  • ISBN: 978-3-8025-9113-6
  • Kaufmöglichkeit: hier
  • Erscheinungsdatum: 13. Juni 2013

Inhalt:

Mehrere junge Frauen sind spurlos verschwunden. Polizeichef Dan Burnett vermutet einen Zusammenhang und bittet seine Jugendfreundin Jess Harris, die Profilerin beim FBI ist, um Hilfe.

Rezension:

„In tiefster Dunkelheit“ ist der Auftakt einer Serie um FBI-Profilerin Jess Harris. Der zweite Teil, „Die Spur des Blutes“ wird November 2013 erscheinen.

Jess ist keine einfache Hauptfigur. Sie ist äußerst zielstrebig und von ihren Fähigkeiten überzeugt. Außerdem beschäftigt sie ihr ehemaliges Verhältnis mit Polizeichef Dan Burnett mehr, als mir in einem Thriller lieb ist. Manchmal hätte ich ihr am liebsten auf die Finger gehauen und sie ermahnt, dass sie sich mehr auf den Fall konzentrieren soll.

Dan Burnett scheinen die Frauenherzen der amerikanischen Kleinstadt zuzufliegen. Der gute Mann war bereits dreimal verheiratet, ist aber jetzt wieder auf dem Heiratsmarkt.

Debra Webb hat einige interessante Ideen, was den Hintergrund der Entführung mehrerer junger Frauen betrifft. Hier ist kein 0815-Psycho am Werk, sondern die Lösung, die sich später für den Leser bereits vor dem Ende abzeichnet, kann positiv überraschen.

Parallel dazu hat Jess ein weiteres Problem. Ein Serienkiller, der in der letzten Zeit mit ihr sein Spielchen spielte, kommt aufgrund von Ermittlungsfehlern wieder frei. Natürlich ist klar, dass er nach Jess suchen wird.

Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Jess‘ und Dans Sicht der Ereignisse. Außerdem erlebt der Erzähler mit, wie das Entführunsgopfer Andrea um ihr Leben kämpft.

Obwohl einige Details grausig sind, werden sie von Debra Webb nicht bis zum Exzess ausgeschlachtet.

„In tiefster Dunkelheit“ endet mit einem „netten“ Cliffhanger. Ein raffinierter Schachzug von Debra Webb.

Wer gerne Thriller mit einiger größeren Portion Romantik liest, liegt mit „In tiefster Dunkelheit“ nicht falsch. Die Beziehung zwischen Jess und Dan wird sich garantiert weiterentwickeln und irre Mörder wollen gejagt werden.

Sterne: 3,5 von 5

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar.

Waking the Witch (Kelley Armstrong)

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waking the witchPrivatdetektivin Savannah Levine hat den Auftrag, Morde an drei Frauen aufzuklären. Dabei begibt sie sich selbst in Gefahr und der Verdacht kommt auf, dass jemand Jagd auf Hexen macht.

Waking the Witch“ ist der elfte Teil der Otherworld-Reihe von Kelley Armstrong. Hauptfigur ist Savannah Levine, die ihren ersten Auftritt als Waisenkind in „Dime Store Magic“ hatte. Jetzt ist Savannah erwachsen und will ihre eigenen Fälle lösen.

Auch wenn es eine Weile her ist, dass ich ein Buch von Kelley Armstrong gelesen habe und mir die Figuren somit nicht mehr so präsent waren, habe ich schnell in die Handlung hineingefunden und die Erinnerungen kamen wieder hoch.

Vielleicht war ich in den letzten Tagen zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, aber „Waking the Witch“ konnte mich nicht wirklich fesseln. Ich habe für dieses Buch vier Tage gebraucht, normalerweise hätte ich es in zwei Tagen durchgehabt. Es ist gut geschrieben, aber die vorherigen Bücher hatten mich mehr gepackt.

„Waking the Witch“ endet übrigens mit einem Cliffhanger. Mit „Spellbound“ dürfte es nahtlos weitergehen.

Sterne: 3,5 von 5

Verderben (Bentley Little)

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Der LADEN eröffnet eine neue Filiale in einer amerikanischen Kleinstadt. Die meisten Einwohner sind von dem Discounter begeistert, doch Bill und seine Frau Ginny sind skeptisch. Langsam aber sicher beeinflusst der LADEN immer mehr das Leben der Einwohne von Juniper.

Die ersten Kapitel von „Verderben“ weckten Assoziationen zu „Needful little things“ von Stephen King. Dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen, doch schnell merkte ich, dass Bentley Little zwar viele gute Ideen hat, aber die Umsetzung manchmal arg oberflächlich ist.

Ich konnte zwar lesen, dass Menschen manipuliert werden, aber wie bzw. den langen und sicherlich spannenden Prozess spart Bentley Little aus. So bleiben die Figuren eindimensional.

Da es mehr eine Aneinanderreihung von Ereignissen ist, kommt selten wirklich Spannung auf. Als Horror würde ich „Verderben“ schon einmal gar nicht beschreiben.

Sterne: 2,5 von 5

Darkly Dreaming Dexter (Jeff Lindsay)

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dexter 1Dexter Morgan arbeitet als Blutspezialist bei der Polizei von Maimi. Privat verschafft er seinen Kollegen von der Mordkommission neue Arbeit: Dexter ist ein Serienmörder, wenn auch mit einem speziellen Codex. Er tötet nur Menschen, die schwere Verbrechen begangen haben. Alles könnte also großartig sein, wenn nicht plötzlich ein Serienmörder in Miami auftauchen würde, der Dexter herauszufordern scheint.

Ich muss gestehen, dass ich erst durch die Serie „Dexter“ auf die Bücher von Jeff Lindsay aufmerksam geworden bin. Da ich nicht lange auf die nächste Folge der ersten Staffel warten, aber wissen wollte, wie es weitergehen würde, legte ich mir kurzerhand das Buch zu. Glücklicherweise hält sich die Serie zumindest zu Beginn noch relativ genau an die Vorlage.

Darkly Dreaming Dexter“ lebt primär nicht von der Spannung, die zum Großteil erst am Ende aufkommt, sondern vor allem von der Idee, über einen Serienmörder zu schreiben, der es schafft, bei den Lesern Sympathien zu wecken. Weil Dexter scheinbar so charmant und humorvoll ist, habe ich zwischendurch immer wieder verdrängt, dass er eigentlich eine Art Monster ist. Bis er dann wieder mordet. Dann kommt quasi das böse Erwachen.

Der nächste Teil ist bereits bestellt, da ich wissen will, wie Dexter sein Leben und sein Hobby auch zukünftig unter den Hut bringt. Allerdings muss ich zum ersten Mal sagen, dass mir die filmische Umsetzung besser als die Romanvorlage gefällt. Da aber gerade zum Ende hin Buch und Serie voneinander abweichen, sehe ich die Romane als nette Ergänzung.

Sterne: 3,5 von 5