Archiv für den Monat Juni 2013

To the Moon and Back (Jill Mansell)

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to the moon and backNach dem tödlichen Unfall ihres Mannes ist Ellie am Boden zerstört. Erst die Freundschaft zu Roo führt sie langsam wieder ins Leben zurück. Dennoch merkt sie nicht, dass ihr neuer Chef Zack heimlich in sie verliebt ist.

Auch wenn es, wie bei Jill Mansell üblich, mehrere Handlungsstränge gibt, liegt der Focus auf der Geschichte von Ellie und Zack. Das ist auch gut so, denn so kann sich ihre Story glaubwürdig entwickeln. Vor allem Zack als unglücklich verliebter Chef ist herzerweichend.

Obwohl Ellie lange nicht mit der Vergangenheit abschließen kann, ist sie nicht anstrengend. Ihre Trauer ist anrührend und verständlich. Doch auch sie findet ihre Lebensfreude wieder.

Die Nebenhandlungen um Roo, Ellies neue Freundin, und Tony, Ellies Schwiegervater, machen ebenfalls Spaß und sorgen für Unterhaltung.

To the Moon and Back“ ist das perfekte Buch für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa. Lachen und ein paar Tränchen sind garantiert.

Sterne: 4 von 5

Bloody Mary (J.A. Konrath)

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Ein brutaler Frauenmörder geht in Chicago um. Jacqueline Daniels und ihr Partner Herb Benedict ermitteln. Bald haben sie den Verdacht, dass einer ihrer Kollegen der Irre sein könnte.

J.A. Konrath schreibt auch Jack Kilborn. „Bloody Mary“ ist der zweite Teil einer Serie um die Polizistin „Jack“ Daniels.

Da ich die Reihe bereits durch „Mr K“ kannte, war mir klar, dass J.A. Konrath keine subtilen Thriller abliefert. Hier trieft es vor Blut und auch Körperteile können durch die Luft fliegen. Auch ist der Mörder nicht unbedingt sonderlich vielschichtig.

Auf jeden Fall sind Konraths Thriller spannend und unterhaltsam. Eine wichtige Rolle spielen dabei Jack und Herb, beides sympathische Figuren. Außerdem gibt es eine gehörige Portion Humor.

Für manch einen Leser mag „Bloody Mary“ zu blutig sein, aber wie Konrath im Vorwort schreibt, vieles spielt sich nur in unseren Köpfen ab. Ich fühlte mich gut unterhalten und freue mich bereits auf den folgenden Teil.

Sterne: 4 von 5

Exit Strategy (Kelley Armstrong)

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exit strategyNadia Stafford ist eine Auftragsmörderin. Doch ein Serienmörder, der ebenfalls ein Auftragskiller ist, droht zur Gefahr zu werden, da die Behörden aufmerksam werden. Nadia und Kollegen versuchen den Mörder auf eigene Faust zu finden.

Kelley Armstrong kannte ich bisher nur als Autorin der Otherworld-Serie. „Exit Strategy“ kommt aber ganz ohne übernatürliche Wesen aus.

„Exit Strategy“ ist der erste Teil einer Serie, zu der das dritte Buch im Original im Herbst erscheinen soll.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht. Ich hatte Probleme damit, mich mit der Hauptfigur, einer ehemaligen Polizistin, die zur Auftragsmörderin wurde, zu identifizieren, zumal das Thema nicht mit einem Augenzwinkern betrachtet wird. Aber irgendwann packte mich die Story dann doch und ich fieberte mit Nadia mit.

„Exit Strategy“ ist ein guter Thriller mit interessanten, aber unbequemen Figuren. Die Hintergründe für Nadias Berufswahl erfährt der Leser erst nach und nach.

Etwas erotisches Knistern gibt es auch. Da ist zu einem Jack, Nadias geheimnisvoller Partner, über den der Leser (noch) nicht viel erfährt, zum anderen Quinn, der hauptberuflich im Staatsdienst tätig ist. Die nächsten Bücher werden zeigen, ob Nadia sich für einen der beiden entscheiden wird.

Sterne: 4 von 5

Immortal Guardians: Düstere Zeichen (Dianne Duvall)

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Roland ist ein Unsterblicher, der Jagd auf Vampire macht. Doch davon weiß Sarah nichts, als sie den Unbekannten vor Angreifern rettet.

Dieses Buch ist der erste Teil einer Reihe, von der im amerikanischen Original bereits vier Bücher erschienen sind und bisher zwei ins Deutsche übersetzt wurden.

Titel, Cover und Inhaltsangabe machen deutlich, dass es sich hier um einen Romantic-Fantasy-Titel handelt. Wer mit diesem Genre nichts anfangen kann, sollte unbedingt seine Finger davon lassen, denn alle Erwartungen/Klischees werden erfüllt: Ein übernatürlicher Kerl, der toll aussieht, hat eine leidenschaftliche Beziehung zu einer Frau und muss nebenbei gegen Bösewichte kämpfen.

Ab und an lese gerne Bücher aus diesem Genre, musste aber hier feststellen, dass der Autorin leider nicht viel Neues eingefallen ist, so dass sich der Roman nicht aus der breiten Masse hervorhebt. Insbesondere Vampire locken mich schon seit längerem nicht mehr hinter dem Ofen hervor. Da helfen auch keine Unsterblichen, die sich von Bio-Kost ernähren und auch sonst sehr umweltbewusst sind.

Während ich gerne manchmal über Ungereimtheiten hinwegsehe, musste ich zu Beginn doch über Sarahs Naivität den Kopf schütteln. Die Musikprofessorin schluckt ohne Bedenken die Ausrede, dass Roland undercover beim CIA arbeitet, obwohl ihr seine angebliche Sonnenallergie bekannt ist. Ich würde stark vermuten, dass eine Sonnenallergie ein Ausschlusskriterium bei der Bewerbung um einen Geheimdienstposten ist.

Sterne: 3 von 5

autoreverse (Kai Thomas Geiger)

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autoreverseIn den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts: Marc und sein bester Freund entdecken gerade Hard Rock für sich. Ein AC/DC-Fanclub muss gegründet werden!

In „autoreverse“ geht es um mehr als nur Musik. Es geht Freundschaft, Jugend und Erwachsenwerden im Stuttgart der 80er Jahre.

Auch wenn ich selbst zehn Jahre jünger als die Hauptfiguren bin, fühlte ich mich beim Lesen doch an meine Jugend erinnert. Auch mein Konfirmationsgeld wurde in eine Anlage investiert. Zwar kamen gerade CDs auf, aber Kassetten und die Funktion Autoreverse sind mir noch in guter Erinnerung. „We will rock you“ von Queen wurde in der Schule nachgeklatscht und AC/CD lief auf den Partys.

Kai Thomas Geiger erzählt so treffend und humorvoll, dass ich zwischendurch immer wieder vergaß, dass es sich hierbei um einen Roman und nicht seine Jugenderinnerungen handelt. Mich würde es aber nicht wundern, wenn „autoreverse“ einige autobiographische Züge hat.

Diese Reise in die Vergangenheit macht Spaß und lässt sich wunderbar lesen, ohne dabei zu oberflächlich zu sein.

Sterne: 4,5 von 5

Dance of Shadows: Tanz der Dämonen (Yelena Black)

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Um zu klären, was mit ihrer verschwundenen älteren Schwester tatsächlich passiert ist, meldet sich Vanessa auf der gleichen Ballettakademie in New York an. Bald muss sie feststellen, dass im Laufe der Zeit einige Tänzerinnen plötzlich die Schule verlassen haben.

Dance of Shadows“ ist der erste Teil einer Reihe. Das folgende Buch ist noch nicht erschienen, weder auf Deutsch noch im amerikanischen Original.
Da ich vorher die teilweise verhaltenen Rezensionen gelesen hatte, war ich überrascht, wie gut mir dieses Buch gefallen hat. Die Atmosphäre an der Akademie wurde sehr gut wiedergegeben.

Die Spannung wird langsam, aber stetig aufgebaut. Andere Leser mögen dieses als langgezogen kritisieren, ich fand es stimmig. Mitunter fühlte ich mich an „Black Swan“ erinnert, was aber auch daran liegen kann, dass ich sonst kaum Filme oder Bücher als der Ballettszene kenne und so keine Vergleichsmöglichkeiten habe.

Leider gibt schon das Buchcover einen Hinweis darauf, wer oder was sein Unwesen an der Akademie treibt. Doch das Wie war immer noch eine Überraschung für mich.

Schade nur, dass die romantischen Beziehungen (ein Mädchen, zwei Jungs) nach dem bekannten Schema verläuft. Erfahrene Leser wissen bereits zu Beginn, worauf es hinausläuft.

Sterne: 4 von 5

Glits (Robert Wolfe)

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glitsEin unbekanntes Wesen taucht in den Niederlanden auf. Nur wenige Menschen können es verstehen, alles ausgerechnet Jugendliche, unter ihnen Jay, ein Einzelgänger, und Rachel, die die Welt argwöhnisch beobachtet.

Glits“ ist ein Jugendbuch, das sich flüssig lesen lässt. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der von seinen Klassenkameraden gemobbt wird und erst durch das unbekannte Wesen seinen eigenen Weg und die innere Ruhe findet.

Leider bleiben aber auch nach dem Lesen zu viele Fragen offen. Wer oder was ist der Glits? Wo kommt er her? Gerne hätte ich auch mehr über Jays Vergangenheit erfahren und mehr ergründet, warum er sich zu einem Einzelgänger entwickelt hat.

In „Glits“ werden mehrere Genres gemixt. Es gibt Fantasy- und Science Fiction-Elemente – wenn man davon ausgeht, dass der Glits ein Außerirdischer ist. Nebenbei verarbeitet der Autor noch einige psychologische Elemente.

„Glits“ startet spannend, hat zwischendurch einen Durchhänger, schließt jedoch mit einem interessanten Finale.

Sterne: 3 von 5