Archiv für den Monat April 2013

Die Rache des Chamäleons (Ake Edwardson)

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rache des chamäleonsEigentlich ist Peter ein glücklicher Familienvater. Bis ihn seine Vergangenheit einholt und er von Unbekannten erpresst wird, mit seiner Frau nach Spanien zu reisen. Dort soll er einen Mann töten.

Bisher war mir Ake Edwardson als Autor nicht bekannt. In Deutschland sind vor allem seine Krimis um den Kommissar Erik Winter erschienen. Die Rache des Chamäleons“ gehört nicht in diese Reihe.

Ake Edwardsons Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Erzählt wird im Präsens und häufig wechseln Gegenwart und Vergangenheit, ohne dass dieses gekennzeichnet ist. So muss der Leser aufmerksam bleiben, damit keine wichtigen Informationen überlesen werden.

Die Rache des Chamäleons“ wird als Thriller bezeichnet. Tatsächlich verursacht der Anfang Romans auch Gänsehaut, wenn Peter und seine Familie sich zuhause beobachtet fühlen. Mit der Reise nach Spanien flacht zur Mitte des Buches der Spannungsbogen jedoch ein wenig ab, um am Ende wieder anzusteigen.

Leider fiel es mir nicht leicht, eine emotionale Bindung zu Peter auszubauen und immer mit ihm mitzufiebern. So haben mich dann auch sein Dilemma und die Ängste weniger berührt.

Ake Edwardson bietet dem Leser einige Überraschungen und gibt seinem Roman einige Wendungen, die dafür sorgen, dass Die Rache des Chamäleons“ bald durchgelesen ist.

Insgesamt ist Die Rache des Chamäleons“ ein unterhaltsamer Kriminalroman mit einem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil.

Sterne: 3 von 5

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An einem Tag in Paris (Ellen Sussman)

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an einem tag in parisParis an einem Tag: Drei Sprachlehrer begleiten begleiten jeweils ihre Schüler und bringen deren emotionales Leben durcheinander.

Manchmal frage ich mich, was Verlage damit bezwecken, wenn sie mit ihrer Buchgestaltung und der zugehörigen Beschreibung einen anderen Eindruck über den Inhalt des Buchs erwecken. Schließlich wird der Leser spätestens beim Lesen feststellen, dass seine Erwartungen nicht erfüllt werden. „An einem Tag in Paris“ ist keine romantische Liebesgeschichte. Zwar geht es hier auch um Liebe, aber vor allem in Verbindung mit Trauer und Enttäuschung.

In drei verschiedenen Episoden erhält der Leser Einblick in das Liebesleben der Sprachschüler. Mich störte dabei aber, dass es fast immer um das Fremdgehen ging. Entweder hatte eine Frau einen verheirateten Liebhaber oder der glücklich verheiratete Mann spekulierte darüber, wie attraktiv er seine Sprachlehrerin findet.

Gelungen fand ich den Bogen, den Ellen Sussman vom Anfang bis zum Ende ihres Romans schlägt.

Sterne: 3 von 5

Wiedersehen in Stormy Meadows (Sarah Harvey)

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Noch immer hat Natalie den Tod ihres Mannes Rob nicht verwunden. Über die Feiertage reist sie zusammen mit ihrer Stieftochter Cas nach Cornwall zu ihrer entfremdeten Mutter. Langsam findet Natalie wieder ins Leben zurück und nähert sich Cas und ihrer Mutter wieder an.

Was für ein schönes Buch, das mir wirklich zu Herzen gegangen ist. Vielleicht bin ich dieser Tage etwas näher am Wasser gebaut, aber ich habe beim Lesen tatsächlich die ein oder andere Träne verdrückt.

Sarah Harvey war mir bisher nur als Autorin von Chick Lit oder humorvollen Liebesromanen bekannt. Ihr letzten Bücher hatten mich eher enttäuscht. Deswegen waren meine Erwartungen an „Wiedersehen in Stormy Meadows“ auch nicht besonders hoch.

Nach diesem Buch bin ich aber die Meinung, Sarah Harvey sollte mehr ernsthafte Frauenromane schreiben, denn das kann sie wirklich gut. Ich habe mit Natalie mitgelitten, ohne dass sie mir auf die Nerven ging. Ich konnte gut nachvollziehen, wie sie um ihren Mann trauert und sich eine gute Beziehung zu ihrer Stieftochter wünscht.

„Wiedersehen in Stormy Meadows“ ist warmherzig und ich habe die Figuren schnell ins Herz geschlossen.

Wer jedoch nichts mit Frauenromanen am Hut hat, sollte von diesem Buch die Finger lassen.

Sterne: 4 von 5

Holly Beckers wunderbare Wohnideen – 8 Schritte zu einem kreativen Zuhause

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  • Titel: Holly Beckers wunderbare Wohnideen – 8 Schritte zu einem kreativen Zuhause
  • Autor: Holly Becker
  • Verlag: Callwey
  • Seitenzahl: 208
  • ISBN: 978-3-7667-2008-5
  • Kaufmöglichkeit: hier
  • Erscheinungsdatum: 14. März 2013

Ich liebe es, meine Wohnung regelmäßig umzugestalten und zu dekorieren. Gerade hatte ich das Problem, dass mir eine Wand, die braun gestrichen ist, zu viel Licht schluckte und ich sie irgendwie aufhellen wollte. Da kamen mir „Holly Beckers Wunderbare Wohnideen“ gerade recht.

In acht Kapiteln leitet Holly Becker den Leser an, wie man zu neuen, zu einem passenden Ideen kommt und diese umsetzt. Dazu gibt es immer wieder Beispiele, begleitet von Fotos, die als Unterstützung oder Ideengeber dienen. „Holly Beckers Wunderbare Wohnideen“ ist Ratgeber und Inspiration gleichzeitig.

Im ersten Kapitel geht es darum, Ideen zu entwickeln. Holly Becker gibt u.a. Tipps, wie Inspirationsquellen aussehen können. Im zweiten Schritt soll der Leser seinen persönlichen Stil finden. Dabei geht es auch darum, keine Angst vor Farbexperimenten zu haben. Gleichzeit wird die Wirkung von Farben erklärt. Nachdem das richtige Projekt zum passenden Budget gefunden ist (Schritt 3), geht es an die Vorbereitungen. Dabei ist zu klären, was ggf. auszusortieren ist und welche Möbel, Dekos, … auf der Wunschliste stehen. In Kapitel 5 wird erklärt, wie Grundrisse, die das planen vereinfachen, gezeichnet werden. Nachdem die Ideen umgesetzt wurden (Schritt 6) und der Entwurf festgelegt wurde (Schritt 7), folgt im letzten Kapitel die Dekoration. Hier gibt es u.a. Tipps zur Kombination von Mustern.

Auch wenn nicht jedes Einrichtungsbeispiel meinen Geschmack getroffen hat, was natürlich einfach auch nicht möglich ist, habe ich einige neue Ideen für meine Wohnung gefunden. Ich freue mich schon darauf, diese umzusetzen.

Passend zum Thema ist das Buch liebevoll und aufwendig gestaltet. Das macht sich bereits beim Schutzumschlag bemerkbar. Außerdem hat der Leser immer wieder die Gelegenheit, eigene Notizen zu verfassen und diese auf diese auf extra dafür vorgesehen Seiten niederzuschreiben.

Selbst wer eigentlich mit seiner Einrichtung zufrieden war, wird nach dem Lesen sicherlich Lust auf neue Dekorationen haben.

Sterne: 4,5 von 5

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar.

Aber Mutter weinet sehr (Wolfgang Brenner)

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aber mutter weinet sehrMaries Sohn verschwindet spurlos. Die Polizei findet keine Spur. Bis eines Tages der Entführer Marie kontaktiert. Sie beschließt, sich allein auf die Suche nach ihrem Sohn zu machen.

Der Titel des Romans ist hier Programm. Marie ist eine äußerst anstrengende Persönlichkeit, mit der ich mich zu keinem Zeitpunkt identifizieren konnte. Während ich ihre Alleingänge zumindest noch irgendwie entschuldigen wollte, waren sie im Laufe der Handlung immer weniger nachvollziehbar. Irgendwann hätte sie doch aus ihren Fehlern lernen müssen, schließlich hatte sie bisher nie Erfolg.

Marie ist völlig ich-fixiert. Sie macht ihrem Mann und der Polizei Vorwürfe, dass sie sie nicht verstehen würden. Das hat mich so abgelenkt, dass ich kein Mitgefühl entwickeln konnte, obwohl ein kleiner Junge entführt wurde und garantiert Todesängste ausstand.

Obwohl die Handlung häufig sehr konstruiert war (ich habe z.B. nicht verstanden, warum nicht mit einem Phantombild gefahndet wird, wenn es schon kein offizielles Foto gibt), habe ich beständig weiter gelesen. Natürlich wollte ich doch wissen, was mit Johann passiert ist – und welche irren Aktionen Marie noch veranstaltet.

Da das Buch mit etwas mehr als 280 Seiten relativ kurz ist, war ich schnell durch. Somit ich kann ich diesen Roman auch wieder schnell vergessen.

Sterne: 2 von 5