Archiv für den Monat März 2013

Elfenschwestern (Charlotte Inden)

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Lilly ist Halbelfin. Als ihr kleiner Bruder von Elfen entführt wird, macht sie sich zusammen mit ihrer Schwester Rose auf die Suche nach ihm.

Der Einstieg in „Die Elfenschwestern“ fiel mir nicht leicht. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass ich einen zweiten Band erwischt oder zumindest wichtige Informationen überlesen hatte. Nach einigen Kapiteln wurde es dann aber besser.

Charlotte Iden ist es gelungen, mit ein paar neue Ideen etwas Abwechslung in das Thema Feen und Elfen zu bringen. So verknüpft sie Fantasy ganz geschickt mit englischer Geschichte. Die Rosenkriege bekommen einen neuen Twist.

Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte. Dabei hat Lilly sogar gleich zwei Verehrer, zwischen denen sie sich entscheiden muss.

Das Ende lässt vermuten, dass es eine Fortsetzung geben könnte, ggf. mit Rose in der Hauptrolle.

Sterne: 4 von 5

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Der Feuerstein (Rae Carson)

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der feuersteinElisa ist die Auserwählte, die den Feuerstein trägt. Sie wird mit dem König des Nachbarreiches verheiratet, da ein Krieg droht. Elisa lernt ihre eigenen Stärken kennen und wächst über sich hinaus.

Elisa ist eine eher ungewöhnliche Heldin. Voller Selbstzweifel, ohne Selbstbewusstsein, sehr übergewichtig. Da sie sich häufig selbst bemitleidet, fällt es dem Leser nicht immer leicht, Sympathien für sie zu entwickeln, aber im Laufe der Handlung ist sie mir ans Herz gewachsen.

Anders als den meisten Lesern hat mir besonders der Anfang gut gefallen. Elisa ist ein hässliches Entlein, das erst später die eigene Stärke erkennt.

Als Fantasy würde ich „Der Feuerstein“ nicht bezeichnen. Die magischen Elemente halten sich doch sehr in Grenzen. Rae Carson hat eine Welt geschaffen, die an den Orient zur Zeit der Kalifen erinnert.

Überraschenderweise scheut sich Rae Carson nicht, beliebte Personen sterben zu lassen. Auch wenn ich es traurig fand, hat es mich positiv überrascht.

„Der Feuerstein“ ist der Auftakt einer Reihe, die mindestens drei Bücher umfasst. Der zweite Teil ist bereits auf Englisch erschienen.

Sterne: 3,5 von 5

Ich soll nicht töten (Barry Lyga)

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Jasper Trent ist der Sohn eines berüchtigten und verurteilten Serienmörders. Als in seiner Heimatstadt ein Mord geschieht, ist das Jasper davon überzeugt, dass wieder ein Serientäter unterwegs ist. Jasper will den Täter fangen, muss aber auch mit seinen eigenen Dämonen kämpfen.

Als ich zum ersten Mal über das Buch las, fühlte mich gleich an Dan Wells‘ „Ich bin kein Serienkiller“ erinnert. Tatsächlich ist die Grundidee gleich. In beiden Büchern kämpfen die männlichen Hauptfiguren, jeweils Teenager, mit ihren inneren Dämonen und versuchen herauszufinden, ob sie die Veranlagung haben, ein Serienmörder zu sein.

Natürlich gibt es auch Unterschiede. Jasper wusste, was sein Vater trieb und musste ihm teilweise assistieren, wenn auch nicht bei den Morden selbst. Jetzt fragt er sich, ob er nicht auch Gefahr für seine Mitmenschen darstellt.

Gerade diesen Einblick in Jaspers Vergangenheit und seine Selbstzweifel fand ich spannend und auch manchmal verstörend. Gerne hatte Barry Lyga aber noch mehr in die Tiefe gehen können.

Dass Jaspers Vater las der schlimmste Serienmörder der Welt gilt, hätte nicht unbedingt sein müssen. Auf mich wirkte es zu übertrieben.

Während Jasper mit sich selbst kämpft, rücken die eigentlichen Morde fast in den Hintergrund. Natürlich treibt ein Irrer sein Unwesen, aber Jasper selber fand ich viel interessanter.

Barry Lyga hat zuvor vor allem Romane für Jugendliche geschrieben. Sein Schreibstil würde auch jetzt für diese Zielgruppe passen, allerdings sind die Morde in meinen Augen manchmal zu grausig für Leser dieses Alters.

Ich soll nicht töten“ ist der Beginn einer Reihe.

Sterne: 4,5 von 5

Der Mann, der den Regen träumt (Ali Shaw)

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der mann der den regen träumtNach dem Tod ihres Vaters bricht Elsa alle Zelte ab und zieht von New York in die Kleinstadt Thunderstown. Dort lernt sie einen geheimnisvollen Mann kennen, der das Wetter in sich trägt.

Wie könnte man Ali Shaws Roman wohl am besten beschreiben? Fantasy würde „Der Mann, der den Regen träumt“ nicht gerecht werden. Es ist viel mehr Magie, Träume und Poesie.

Die Liebe spielt hier eine große Rolle. Es geht um enttäuschte Liebe, romantische Liebe, aber auch um die Liebe zu Familienmitgliedern. Das Wetter wird häufig als Metapher verwendet. Da schlägt der Blitz wie die Liebe auf den ersten Blick ein oder ein Sturm sorgt für Turbulenzen.

Ich hatte dieses Buch unglaublich schnell durchgelesen. Das liegt u.a. auch am Schreibstil, der Roman ist mit einer Leichtigkeit geschrieben. Besonders schön fand ich Ali Shaws Idee, Tiere, die aus den Naturelementen bestehen, Thunderstown bevölkern zu lassen: Pferde aus Wasser, Vögel aus Sonnenschein, …

Einzig die Figuren blieben manchmal etwas blass. Auch fand ich den Geisteswandel einer der prominenteren Figuren ein wenig zu plötzlich und radikal, als dass ich diesen glaubwürdig finden konnte. Okay, „Der Mann, der den Regen träumt“ ist eine Art Märchen, aber trotzdem hat dieses mich ein wenig gestört.

Sterne: 4 von 5

Hidden (Kendra Elliot)

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Menschliche Knochen werden gefunden. Forensikerin Lacey Campbell identifiziert die Überreste. Es handelt sich um ihre Jugendfreundin Suzanne, die einem Serienmörder zum Opfer fiel. Der Mörder wurde gefasst und ist mittlerweile tot. Dennoch wird Lacey selbst bald verfolgt.

Bei „Hidden“ handelt es sich um einen Roman aus dem Bereich Romantic Suspense. Wer gerne Linda Howard oder Nora Roberts liest, kann hier ohne Bedenken zugreifen. Fans von knallharten Thrillern sollten lieber die Finger von „Hidden“ lassen.

Ich gehöre eher zur zweiten Fraktion, daher konnte mich „Hidden“ nicht immer fesseln. Für meinen persönlichen Geschmack nahm der romantische Part zu viel Raum ein, so dass die Spannung zwischendurch immer mal wieder auf der Strecke blieb.

Dabei hat Kendra Elliot einige gute Ideen, um bei den Mordfällen für Überraschungen zu sorgen. Allerdings hätte sie besonders beim Ende wesentlich konsequenter sein können.

„Hidden“ ist übrigens der erste Teil einer Reihe. Aufgrund der Buchbeschreibungen gehe ich aber davon aus, dass die folgenden Romane andere Hauptfiguren haben.

Ich gebe diesem Buch drei Sterne, Fans von Romantic Suspense werden aber sicherlich einen oder zwei Sterne mehr vergeben.

Sterne: 3 von 5

Die leere Wiege (Ruth Dugdall)

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DSCN0702Rose ist angeklagt, den kleinen Luke vorsätzlich getötet zu haben, indem sie ein Feuer legte. Überhaupt scheint ihre Beziehung zu Luke und seiner Mutter von Bessenheit zu zeugen.

Aufgrund des Klappentextes war ich ganz automatisch davon ausgegangen, dass es sich bei Die leere Wiege“ um einen Krimi oder Thriller handelt, aber die allgemeinere Bezeichnung Roman trifft es besser.

Zwar kann das Ende tatsächlich überraschen, aber ansonsten ist dem Leser nach den ersten Kapiteln klar, wie die Handlung im Großen und Ganzen verlaufen wird.

In „Die leere Wiege“ geht es in erster Linie um Roses Seelenleben, ihre Einsamkeit und den daraus resultierenden Aktionen. Man könnte Rose als extrem verletzte Seele bezeichnen. Der Leser hat einerseits Mitleid mit ihr, aber es schleicht sich auch immer ein wenig Abscheu hinein.

Dies ist kein fröhliches Buch. Nahezu jede Figur, die einen Auftritt hat, hat mit mehr oder weniger großen Problemen zu kämpfen. Manche habe nur einen leichten Knacks, andere werde in ihrem Leben wohl nie wieder auf die Beine kommen.

Sterne: 3 von 5

Graveminder (Melissa Marr)

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Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt Rebekkah in ihre Heimatstadt zurück. Noch weiß sie nicht, dass es ihr Schicksal sein wird Graveminder zu werden, denn vor langer Zeit hat die Kleinstadt einen Pakt mit den Toten geschlossen.

Die Idee zu diesem Buch klang außerordentlich vielversprechend. Außerdem wurde versprochen, dass der Leser sich gruseln würde. Allerdings wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.

Vielleicht ist daran auch der Klappentext schuld, der bereits viel vom Inhalt verrät. Während Rebekkah über hundert Seiten nichts von ihrem Schicksal ahnt, ist dieses für den Leser keine Überraschung mehr. Daher zogen sich für mich diese Kapitel etwas dahin.

Trotzdem lässt sich das Buch gut lesen. Der Schreibstil ist flüssig und gefällig. Gut gefiel mir die Totenwelt, von der hätte ich gerne mehr gelesen. Und vor allem mehr drüber erfahren.

Am Ende bleiben einige Frage offen, die eine Fortsetzung vermuten lassen. Für so eine Fortsetzung würde ich mir wünschen, dass die Figuren mehr Konturen erhalten und die Spannung gesteigert wird. Schließlich hatte Melissa Marr mit „Graveminder“ eine Idee, die sich von der breiten Masse im Urban Fantasy-Bereich abhebt.

Sterne: 3 von 5