Archiv für den Monat Dezember 2012

Mr. K (J.A. Konrath)

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mr kAls Jacqueline (Jack) Daniels gefesselt aufwacht, ist ihr schnell klar, dass sie in der Gewalt von Mr. K ist und nur noch kurze Zeit zu Leben hat. Seit über zwanzig Jahren ist sie auf der Jagd nach Mr. K, der mehr als hundert Opfer brutal getötet hat. Jacqueline weiß, dass ihr Tod äußerst schmerzvoll sein wird.

J.A. Konrath hat bereits mehrere Thriller aus der Jack Daniels-Reihe veröffentlicht, aber bisher wurde nur „Mr. K“ ins Deutsche übersetzt. Den deutschen Lesern dürfte er als Jack Kilborn bekannt sein.

Ganz zu Beginn stellt Jack die Frage, welcher Mörder böser ist. Der, der für Geld mordet oder der, der Spaß am Morden hat. Ich weiß auf jeden Fall, dass mir letztere Variante unheimlicher ist. J.A. Konrath liefert in seinem Thriller beide Typen von Mördern.

„Mr. K“ ist blutig und brutal, aber ich habe bereits Thriller gelesen, die viel mehr an die Psyche gehen. Vielleicht liegt es daran, dass „Mr. K“ kaum Einblicke in das Seelenleben des Mörders liefert. Hier handelt es sich eher um einen Horrorroman.

Unglaubwürdig fand ich die Anhäufung von Serienmördern in diesem Buch. Besonders das Ende hätte von dem Autor nachvollziehbarer gestaltet werden können. Der Cliffhanger lässt ein weiteres Buch der Reihe vermuten.

Erzählt wird auf drei Zeitebenen: die Gegenwart sowie Ereignisse, die drei und 21 Jahre zurückliegen. Manche mag dieses beim Lesefluss stören, ich fand es spannend.

Humor wird auch geliefert. Meist dann, wenn Jack mit ihren Kollegen unterwegs ist, gibt es entsprechende verbale Schlagabtausche.

Zum Schluss noch einen Wunsch an den Übersetzer. Bitte die Temperaturangaben immer in Grad Celsius und nicht in Grad Fahrenheit machen, das macht das Lesen einfacher.

Sterne: 3,5 von 5

Zorn – Vom Lieben und Sterben (Stephan Ludwig)

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Zorn und Schröder haben einen neuen Fall. Ein Jugendlicher wird mit einem gespannten Draht geköpft. Er gehörte zu einer Clique, die an Einbrüchen in Gartenlauben beteiligt war.

„Zorn – Vom Lieben und Sterben“ ist der zweite Teil der Reihe um den lustlosen Hauptkommissar Claudius Zorn. Leser, die den ersten Teil kennen, wissen, was sie erwartet: ein Ermittlerteam mit zwei ganz unterschiedlichen Typen. Claudius Zorn ist gelangweilt, aber sehr von sich eingenommen. Sein Kollege Schröder ist das pfiffige Kerlchen.

Bei Claudius Zorn fragt sich der Leser öfters, wie dieser überhaupt in der Lage ist, Fälle zu lösen. Seine unfreiwilligen Slapstikeinlagen haben mich mehrmals zum lachen gebracht. Hinzu kommen seine hilflosen Versuche Einfühlungsvermögen zu zeigen.

Der Fall selbst ist spannend, nicht vorhersehbar (auch wenn ich kurz vor dem Ende wusste, wer der Täter ist) und ziemlich brutal.

Die Figuren machen einige Weiterentwicklungen durch. Der Leser erfährt mehr über Schröder und Zorn will ein wenig an sich arbeiten.

Wer Lust auf einen spannenden Krimi mit Humor hat, ist mit „Zorn – Vom Lieben und Sterben“ bestens bedient. Ich hoffe auf weitere Fortsetzungen.

Sterne: 4 von 5

Nickel (Aric Davis)

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nickelNickel ist Waise und versteckt sich vor den Behörden. Geld verdient er, indem er Marihuana anbaut und Pädophile erpresst. Außerdem nimmt er Sonderaufträge an. So soll er nach einem Mädchen suchen, das verschwunden ist.

Nickel“ ist kein Buch für sanfte Gemüter. Hier geht es um Kindesmissbrauch, Drogen und Straßenkämpfe. Hauptfigur ein Zwölfjähriger, der sich seit Jahren alleine durch das Leben schlägt und bereits schlimmste Erfahrungen hinter sich hat.

Dieser Roman wird als „Werk des Noir-Stils“ bezeichnet und diese Beschreibung passt ziemlich gut. Der Held, Nickel, ist ein Einzelgänger, der ab und an einen auf cool macht und gerne schöne Mädels um sich hat. Die Handlung selbst ist sehr düster.

Einem zwölfjährigen Kind würde ich dieses Buch nicht zum lesen geben, es sei denn, es ist schon sehr reif für das Alter. Außerdem mißhagt mir, dass in diesem Buch an jeder Ecke scheinbar ein Pädophiler lauert. Das Thema darf auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden, aber man sollte auch nicht hinter jedem Busch einen Kinderschänder vermuten.

Nickel ist eine Figur, die dem Leser ans Herz wächst, auch wenn er mit zweifelhaften Mitteln seinen Lebensunterhalt verdient. Ich wollte unbedingt, dass er am Ende etwas Geborgenheit findet.

Anscheinend stehen die Chancen nicht schlecht, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Sterne: 4 von 5

Dornentöchter (Josephine Pennicott)

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Nach der Trennung von ihrem Mann und dem Tod ihrer Mutter zieht Sadie mit ihrer Tochter in das alte Haus ihrer Familie nach Tasmanien. Dort lebte ihre Großmutter Pearl, eine berühmte Kinderbuchautorin, die ermordet wurde. Sadie versucht herauszufinden, was damals wirklich passierte.

Dornentöchter“ ist ein Familienroman mit Spannungselementen. Wer aufgrund des (schönen) Covers zusätzlich eine Liebesgeschichte erwartet, dürfte enttäuscht werden.

Josephine Pennicott arbeitet mit Rückblenden, um die Ereignisse vor dem Mord zu schildern. So spielt ein Hauptteil des Romans im Jahr 1936. Diese Passagen gefielen mir auch wesentlich besser, als die, die in der Gegenwart spielen.

Während dem Leser schnell klar ist, dass Pearl nicht die liebevolle Mutter war, als die von ihrer Tochter dargestellt wurde, sondern eine psychotische Frau, zweifelt Sadie noch relativ lange an dieser Version der Geschichte. Mir wäre es lieber gewesen, wenn ich als Leser diesbezüglich auch länger meine Zweifel gehabt hätte, so dass ich Sadie hätte besser verstehen können.

„Dornentöchter“ liefert genug Spannung, dass ich das Buch gerne gelesen habe. Allerdings war mir die Auflösung des Mordes zu beiläufig. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, dass Josephine Pennicott am Ende keine Lust mehr hatte, noch einige Seiten zu füllen.

Trotz allem hat mich „Dornentöchter“ gut unterhalten und ich habe es in einem Zug durchgelesen. Der Schreibstil ist gefällig, die Figuren interessant.

Sterne: 3 von 5

Evolution und Schöpfung in neuer Sicht (Hans Kessler)

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evolution

  • Titel: Evolution und Schöpfung in neuer Sicht
  • Autor: Hans Kessler
  • Verlag: Butzon & Bercker
  • Seitenzahl: 221
  • ISBN: 978-3-7666-1287-8
  • Kaufmöglichkeit: hier
  • Erscheinungsdatum: 01. Juni 2009

Inhalt:

In „Evolution und Schöpfung in neuer Sicht“ legt Hans Kessler dar, wie sich der christliche Schöpfungsglaube und die Evolutionslehre unter einem Hut bringen lassen.

Rezension:

Der Autor von „Evolution und Schöpfung in neuer Sicht“, Dr. theol. Hans Kessler, ist römisch-katholischer Theologe und Professor für Systematische Theologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Mich selbst würde ich als gläubig, aber nicht sehr religiös bezeichnen. Die Evolution hat mich schon immer fasziniert. Da es in letzter Zeit immer mehr Berichte über Kreationisten, insbesondere in den USA, aber auch hier in Deutschland, gab, war ich neugierig, wie ein Theologe die Vereinbarkeit von Evolutionslehre und Schöpfungsgeschichte sieht.

Hans Kessler ist kein Anhänger des Kreationismus oder des Intelligent Design, deren Anhänger bezeichnet er als religiöse Fundamentalisten. Dass auch nicht auf der Seite von „atheistischen Evolutionsbiologen“ steht, dürfte klar sein. Wobei ganz deutlich hervorzuheben ist, dass für ihn nicht jeder Evolutionsbiologe ein Atheist ist, sondern diese sich erst entsprechend geäußert haben müssen.

Das Buch ist in fünf große Abschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt beschäftigt sich Kessler mit den beiden Extremen, den fundamentalen Christen und den atheistischen Wissenschaftlern.

Dann folgt die Schöpfungsgeschichte und wie sie zu verstehen ist.

Schließlich die Argumentation, warum der „harte, weltanschauliche Naturalismus […] zu kurz greift“.

Nach dem „christlichen Verständnis von Gott, von Schöpfung und von Evolution“ folgt der letzte Abschnitt, in dem es um die Vereinbarkeit von Evolution und Schöpfung geht.

Hans Kesslers Argumentation in der ersten Hälfte konnte ich gut nachvollziehen. Ich habe neues zur Entstehung der Schöpfungsgeschichte gelernt. Positiv aufgefallen ist mir, dass Kessler sich maßvoll äußert und niemanden verurteilt.

Die zweite Hälfte lag mir weniger. Hier geht es u.a. um die Beweisführung, warum es Gott und sein Schöpfungswirken geben muss. Der Argumentation konnte ich nicht immer folgen bzw. diese logisch finden.

Vermutlich bin ich zu sehr Skeptikerin. Zwar möchte ich glauben, aber ich merke, dass mir Zweifel kommen, wenn hier mit Beweisen und Logik argumentiert wird.

„Evolution und Schöpfung in neuer Sicht“ ist überraschend leicht und flüssig zu lesen. Ein Kompliment an den Autor, da es nicht leicht ist, dieses Thema für einen Laien gut verständlich zu machen.

Sterne: 3,5 von 5

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar.

Die Blumen des Schmerzes (Brenna Yovanoff)

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blumen des schmerzesDaphne ist Luzifers Tochter und lebt in der Hölle. Als eines Tages ihr Bruder Obie unter den Menschen leben will und so in Gefahr gerät, beschließt Daphne ihn zu suchen. Dabei hilft ihr Truman, der lebensmüde ist.

Spätestens nach diesem Buch sollte den Lesern klar sein, dass Brenna Yovanoff düstere Bücher schreibt. Meiner Meinung nach toppt „Die Blumen des Schmerzes“ in dieser Beziehung noch „Schweigt still die Nacht“.

Mir gefiel „Die Blumen des Schmerzes“ immer dann am besten, wenn die Höllenbewohner ihren Auftritt hatten und „alte Bekannte“ auftauchten. Da gibt es Luzifer, Beelzebub, Lilith,… – alles Figuren aus der Bibel.

Diese Höllenbewohner sind entweder gefallene Engel oder Dämonen. Damit liegt es in ihrer Natur böse zu sein. Dennoch haben sie ihre guten Seiten und der Leser fiebert mit ihnen mit.

Daphne selbst ist sympathisch, bleibt aber ein wenig blass. Viel interessanter dagegen ist Truman, der seit dem Tod seiner Mutter jeglichen Lebensmut verloren und bereits einen Selbstmordversuch hinter sich hat.

Doch am Ende fehlt mir noch das besondere Etwas. „Die Blumen des Schmerzes“ ist unterhaltsam und durchaus originell. Jedoch hätte ich mich gerne noch mehr in Daphne einfühlen können.

Sterne: 3,5 von 5