Archiv für den Monat Oktober 2012

One Perfect Summer (Paige Toon)

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Mit achtzehn verliebt sich Alice in Joe. Er ist ihre große Liebe, doch kurze Zeit später trennen sich ihre Wege. Jahre später ist Alice in einer neuen Beziehung, kann Joe aber nicht vergessen.

Die Bücher von Paige Toon sind entweder hopp oder topp für mich. „One Perfect Summer“ gehört zur letzten Kategorie und ich bin froh, dass ich mich doch noch an das Buch herangetraut habe.

Auch hier geht es wieder um Toons typisches Thema: eine Frau, die sich nicht wirklich zwischen zwei Männern entscheiden kann. Doch dieses Mal konnte ich Alices Verhalten und Entscheidungen nachvollziehen. Das war beispielsweise in „Johnny Be Good“ nicht der Fall.

Hinzu kommt, dass mir vor allem Joe sehr sympathisch war und ich absolut mit ihm mitfühlen und mitfiebern konnte.

Leider war mir das letzte Drittel im Vergleich zum Mittelteil viel zu kurz. Besonders das Ende war mir zu überhastet. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass Paige Toon das Buch nach der vorgegeben Seitenzahl schnell zu Ende bringen wollte.

Mit „One Perfect Christmas“ soll es diesen Herbst wohl noch eine Fortsetzung zu „One Perfect Summer“ geben. Da es sich aber nur um 100 Seiten handelt, bin ich etwas beruhigt, dass das Ende von „One Perfect Summer“ hoffentlich nicht komplett über den Haufen geworfen wird.

Sterne: 4 von 5

Grau (Jasper Fforde)

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Eddie Russett lebt in einer Welt, in der die Menschen nicht mehr alle Farben sehen können. Er selbst ist ein Roter, d.h. er sieht die Farbe Rot. Somit führt er ein gutes Leben. Bis er sich eines Tages in Jane, eine Graue aus der Unterschicht, verliebt.

Bekannt ist Jasper Fforde vor allem durch seine Thursday Next-Reihe, die mir aber nicht so lag. Trotzdem habe ich mich an „Grau“, den Auftakt einer neuen Trilogie, getraut – und es nicht bereut.

Auch hier schafft Fforde wieder eine skurrile Welt mit ihren ganz eigenen Regeln, die nicht immer der normalen Logik folgen. Doch mir gefiel insbesondere die Idee, dass die zukünftigen Menschen, wenn überhaupt, nur noch jeweils eine Farbe erkennen können und dieses ihren Status in der Gesellschaft definiert.

In dieser Gesellschaft gibt es strenge Regeln, die mitunter an totalitäre Systeme und frühere Verhaltenskodizes erinnern. Je nach Farbe dürfen bestimmte Berufe ausgeübt und Ehen geschlossen werden. Fluchen oder gewisse Tänze sind verpönt.

Jasper Fforde liefert die Erklärungen für die eigens geschaffenen Begriffe und Regeln erst nach und nach im Laufe der Handlung. Dadurch fiel mir das Lesen bzw. das Nachverfolgen der Ereignisse nicht immer leicht, da ich mich zwischendurch fragte, ob ich nicht etwas überlesen hätte.

Die Figuren, deren Nachnamen gemäß ihrer Farbsehfähigkeit gewählt wurden, sind meist skurril und leicht überdreht. Eddie Russett selbst entwickelt sich im Laufe der Handlung von einem sympathischen Kerl zu einem neugierigen Mann mit Idealen.

Wie bei einem ersten Teil einer Trilogie nicht unüblich, endet „Grau“ offen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Sterne: 4 von 5

Die Eisläuferin (Katharina Münk)

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Während eines Urlaubs wird die Bundeskanzlerin am Kopf verletzt und hat keine Erinnerungen mehr an die letzten zwanzig Jahre. Und sobald sie am Morgen aufwacht, kann sie sich nicht mehr an den vorherigen Tag erinnern. Trotzdem soll sie die Tagesgeschäfte weiterführen, was sie auch unter ganz neuen Gesichtspunkten tut.

Obwohl mich das Cover nicht sonderlich angesprochen hatte, war ich doch neugierig auf „Die Eisläuferin“.

Der Einstieg war auch vielversprechend. Humorvoll und einige Anspielungen auf bekannte Politpersönlichkeiten. Eindeutiges Vorbild für die Bundeskanzlerin ist natürlich Angela Merkel. Im französischen Präsidenten konnte Nicolas Sarkozy ebenfalls leicht wiedererkannt werden.

Später habe ich jedoch Szenen, in denen die Kanzlerin die große Politik aufmischt, zum Teil vermisst. Hier hatte ich mehr erwartet. Bis auf ein paar Pressekonferenzen, in der die Kanzlerin frei von der Leber spricht, wurde nicht mehr geboten. Meiner Meinung nach hätte der Humor auch bissiger sein können. Schade, nach einem guten Anfang ließ die Story nach, das Ende war vorhersehbar.

Sterne: 3 von 5

Das Geheimnis der Schwestern (Kristin Hannah)

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Winona, Aurora und Vivi Ann sind Schwestern. Doch das Familienleben ist nicht immer harmonisch, da Winona sich zurückgesetzt fühlt. Als Vivi Ann dann auch noch einen Beziehung mit Winonas Jugendliebe Luke anfängt, kommt eine Katastrophe ins rollen.

Kristin Hannah kannte ich bisher nur durch ihre Liebesromane und es ist schon eine ganze Weile her, dass ich ein Buch von ihr gelesen habe. Seit einiger Zeit scheint sie sich auf Familienromane spezialisiert zu haben.

Anders als bei ihren Liebesromanen stehen gleich mehrere Frauen und ihre Schicksale im Mittelpunkt. Leider bleibt so ein Teil der Handlung oberflächlich. Ich konnte beispielsweise nicht nachvollziehen, warum Dallas Vivi Anns große Liebe ist. Sicher, die Chemie stimmte zwischen den beiden, aber guter Sex allein reicht nicht aus.

Besonders in der ersten Hälfte waren mir die Figuren nicht sehr sympathisch, auch wenn ich ihre Gefühle durchaus nachvollziehen konnte. Vivi Ann wirkte egoistisch, weil sie Luke für ihre Zwecke nutzte und trotzdem hinterging. Winona, eine unglückliche Frau, sprühte nicht gerade vor Charme, wenn sie sich mal wieder selbst bemitleidete.

Ab der zweiten Hälfte konnte ich mich besser mit den Figuren identifizieren. Insgesamt konnte ich mehr mitfiebern. Dies ist vor allem der Figur Noah zu verdanken.

Das Geheimnis der Schwestern“ lässt sich sehr leicht lesen. Ich hatte es innerhalb weniger Stunden durch.

Sterne: 3 von 5

Zebulon (Rudolph Wurlitzer)

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  • Titel: Zebulon
  • Autor: Rudolph Wurlitzer
  • Verlag: Residenz Verlag
  • Seitenzahl: 301
  • ISBN: 978-3-7017-1596-1
  • Kaufmöglichkeit: hier
  • Erscheinungsdatum: 25. September 2012

Inhalt:

Mountain Man Zebulon Shook reist durch den Wilden Westen. Dabei pflastern mehr oder weniger freiwillig Leichen seinen Weg. Nachdem er selbst von einer Kugel getroffen wurde, ist sich Zebulon selbst nicht mehr sicher, ob er zwischen Leben und Tod wandelt.

Rezension:

Der Einsteig in „Zebulon“ fiel mir nicht ganz leicht. Zu überrascht war ich von dem, was Rudolph Wurlitzer seinen Lesern bot. Einen Helden, der wie in einem psychedelischen Traum in diverse Schießereien gerät und in alle möglichen Frauenbetten (wenn denn überhaupt ein Bett zur Verfügung steht) steigt.

Sobald ich mich eingelesen hatte, war ich fasziniert von „Zebulon“ und gespannt darauf, was Rudolph Wurlitzer als nächstes aus dem Hut zaubern würde.

Doch nicht nur Zebulon ist ein ziemlicher Mistkerl. Eigentlich sind es alle Menschen, denen er auf seiner Reise bzw. Flucht begegnet. Selbst Familienbande zählen nicht viel. Man geht sich gerne gegenseitig an die Gurgel. Überhaupt scheint der gesamte Wilde Westen von skrupellosen und brutalen Glücksrittern bevölkert zu sein. Diese tummeln sich in Saloons, Bordellen, Opiumhöhlen, es wird gepokert, nach Gold gegraben.

Laut Wikipedia ist Zebulon (oder auch Sebulon) einer der zwölf Stämme der Hebräer. Wer weiß, vielleicht ist Wurlitzers Zebulon das Symbol für einen der „Stämme“ der USA. Auf jeden Fall spiegelt sich in seiner Reise die Geschichte des amerikanischen Westens zur Zeit des Goldrausches.

Frauen spielen in „Zebulon“ eine große Rolle. Dabei stehen sie den Männern in nichts nach und ziehen kompromisslos ihr Ding durch, um ans Ziel zu kommen. Diese Frauen sind Zebulons Verhängnis, da er seine Instinkte nicht wirklich unter Kontrolle hat. Von einer dieser Frauen wird er verflucht, eine andere Frau nutzt ihn für ihre eigenen Interessen.

In „Zebulon“ gibt es auch eine mystische Ebene. Zebulon und der Leser sind sich bis zum Ende nicht sicher, was (Alb)Traum oder Realität ist.

Rudolph Wurlitzer hat einige Filmdrehbücher geschrieben. „Zebulon“ kann ich mir auch gut als eine Verfilmung vorstellen, möglicherweise durch Oliver Stone oder Quentin Tarantino.

Sterne: 4 von 5

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar.

Grave Mercy – Die Novizin des Todes (Robin L. LaFevers)

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Bretagne, 15. Jahrhundert: Die junge Ismae wird Novizin im Kloster St. Mortain, wo sie zur Auftragsmörderin ausgebildet wird. Sie bekommt den Auftrag, an den Hof der Herzogin der Bretagne zu gehen und dort auf weitere Anweisungen zu warten. Dort trifft sie auf einen geheimnisvollen Mann, Duval.

Der Beginn von „Grave Mercy – Die Novizin des Todes“ ist äußerst vielversprechend und ganz nach meinem Geschmack. Eine spannende Fantasywelt mit interessanten Figuren. Ismae lernt die Kunst des Tötens in all ihren Variationen.

Doch dann kommt für meinen Geschmack zu viel Politik ins Spiel. Am Hof der Herzogin wird geschachert und intrigiert. Wenn ich einen historischen Roman hätte lesen wollen, hätte dieses meinen Erwartungen entsprochen. Aber nach dem tollen Anfang wollte ich einfach mehr Fantasy.

Ismae ist eine interessante Figur, die der Leser auch trotz ihrer Berufung schnell ins Herz schließt. Duval dagegen fand ich etwas langweilig. Ihre Liebesgeschichte war nett, aber nicht herzzerreißend.

Auch wenn „Grave Mercy – Die Novizin des Todes“ der erste Teil einer Trilogie ist, steht dieses Buch allein für sich. Es gibt keinen Cliffhanger, Ismaes Geschichte kann als abgeschlossen betrachtet werden.

Sterne: 3,5 von 5