Verachtung (Jussi Adler-Olsen)

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Ein alter, ungelöster Fall landet wieder im Sonderdezernat Q. Vor über zwanzig Jahren verschwand eine Prostituierte spurlos. Die Polizei ging von Selbstmord aus. Doch Carl Mørck und sein Team entdecken, dass zur gleichen Zeit weitere Menschen nicht mehr heimkehrten. Besteht hier ein Zusammenhang?

Bei der Reihe um das Sonderdezernat Q habe ich mir schon mehrmals gewünscht, dass Jussi Adler-Olsen seine Bücher in Englisch verfassen oder ich so gut Dänisch verstehen würde, dass ich die Bücher im Original lesen könnte und nicht auf die Übersetzung warten müsste.

Mit „Verachtung“ hat Jussi Adler-Olsen zwar keinen Thriller geliefert, der mich vor Nervenanspannung an den Fingernägeln kauen ließ, dafür aber sehr berührte. Im Mittelpunkt steht eine Frau, der großes Unrecht angetan wurde. Besonders erschütternd ist, dass dieses Unrecht Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts kein Einzelfall war. Ich möchte hier allerdings nicht mehr verraten.

Während es keinen nervenaufreibenden Wettlauf mit der Zeit gibt, erklären Kapitel mit Rückblenden in die Vergangenheit, wie und warum die Vermissten verschwunden sind. So ist der Leser immer besser auf dem Laufenden als Carl, Assad und Rose, die sehr lange keinen Zusammenhang erkennen.

Carl selbst muss sich zusätzlich mit weiteren Problemen herumschlagen. Der Fall, bei dem ein Kollege ermordet und ein anderer, sein Freund Hardy, querschnittsgelähmt wurde, lässt ihm keine Ruhe. Es kommen neue interessante Beweise zutage.

Wie immer sind es die Figuren, die Jussi Adler-Olsens Bücher für mich so lesenswert machen. Carl ist einfach ein Unikat mit einem ganz besonderen „Charme“. In Assads und Roses Vergangenheit kommt etwas mehr Licht.

Eigentlich bin ich kein Fan von Ein-Wort-Titeln, aber dieses Mal ist der Titel mit „Verachtung“ gut gewählt und ich werde ihn mir ausnahmsweise merken können.

Jussi Adler-Olsen ist es wieder gelungen, ein ungewöhnliches Thema zu wählen und spannend und bewegend aufzuarbeiten. Ich habe diesen Thriller kaum aus der Hand gelegt, da mich die geschilderten Schicksale sehr bewegt haben.

Sterne: 4,5 von 5

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