Archiv für den Monat August 2012

About that Night (Julie James)

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Neun Jahre ist es her, dass Kyle Rhodes, Sohn eines Milliardärs, Rylann Pierce versetzte. Jetzt treffen sie sich vor Gericht wieder. Rylann als Staatsanwältin, Kyle als Häftling, über dessen vorzeitige Entlassung entschieden wird.

Lesern von Julies James‘ letztem Roman „A Lot Like Love“ dürften Kyle bereits kennen. Kyle ist der Zwillingsbruder von Jordan. Aus verletzter Ehre legte er Twitter lahm und wurde dafür verurteilt.

Meiner Meinung nach ist „Practice Makes Perfect“ einer der besten Liebesromane, wenn man Plots mag, in denen sich Mann und Frau so herrlich streiten. Was sich liebt, das neckt sich. An dieses Buch kommt der aktuelle Roman von James leider nicht heran.

Wie zuletzt spielt auch dieser Roman im Staatsanwaltsmilieu von Chicago. Rylann ist eine selbstbewusste Karrierefrau, die sehr sympathisch rüber kommt. Kyle ist, obwohl er ein Computergeek ist, ziemlich sexy.

Die beiden harmonieren gut miteinander, die Chemie stimmt. Dennoch hätte ich mir noch mehr gemeinsame Szenen gewünscht. Der allerletzte Funke ist nicht übergesprungen.

About That Night“ ist eine schöne Liebesgeschichte mit etwas Humor, auch wenn sie nicht wirklich überraschen kann. Trotzdem habe ich sehr gerne gelesen.

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Der Heiler (Antti Tuomainen)

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Klimaveränderungen haben für drastische Veränderungen in der Welt gesorgt, auch Finnland ist davon betroffen. Tapani Lehtinens Ehefrau, eine Journalistin, hat sich seit einem Tag nicht mehr bei ihm gemeldet. Er vermutet, dass das Verschwinden mit den Recherchen der Journalistin zusammenhängt. Johanna stellte Nachforschungen zum „Heiler“ an, einem Serienmörder, der seinen Opfern Mitschuld an den verheerenden Umweltkatastrophen gibt.

Der Heiler“ ist der erste Roman, den ich lese, der in Finnland spielt. Besonders die für uns ungewöhnlichen Namen bereiteten mir zu Beginn etwas Schwierigkeiten.

Im Vordergrund dieses Buchs steht Tapanis Suche nach seiner Frau und seine Ermittlungen. Die Morde des „Heilers“ sind, anders als man nach dem Lesen des Klappentextes vermuten könnte, nur ein Auslöser für die folgende Handlung. Allerdings würde ich „Der Heiler“ weniger als Thriller, sondern mehr als Krimi bezeichnen.

Dank seines Weltuntergangszenarios hat Antti Tuomainen ein düsteres Buch geschaffen. Hier verursacht nicht der Serienmörder Frösteln, sondern die skizzierte Gesellschaft, die dem Untergang geweiht ist. Es herrschen Chaos und Gewalt. In dieser Welt möchte niemand leben.

Mit seinen knapp 215 Seiten ist das Buch flott durchgelesen. Besonders in diesem verregneten Sommer kann sich der Leser sehr gut von der düsteren Atmosphäre einfangen lassen. Im Endeffekt schwanke ich zwischen drei und vier Sternen. Drei, weil ich dank des Klappentextes und der Bezeichnung als Thriller einfach andere Erwartungen hatte, vier, weil ich die düstere Stimmung klasse fand.

Sterne: 3,5 von 5

Wir beide, irgendwann (Jay Asher, Carolyn Mackler)

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1996: Emma und Josh sind beste Freunde, wobei Josh eigentlich in Emma verliebt ist, von ihr aber einen Korb bekommen hat. Als Emma einen Computer geschenkt bekommt, stößt sie zufällig auf ihre Facebook-Seite in der Zukunft. In fünfzehn Jahren wird sie unglücklich verheiratet und arbeitslos sein, während Josh sich eine Traumfrau geangelt hat.

Dieses Buch hat mich aus zwei Gründen gereizt. Zum einen fand ich die Idee toll, Facebook & Co. mit den Augen eines Teenagers aus den 90er Jahren zu sehen. Außerdem mag ich Liebesgeschichten, in denen es um beste Freunde geht.

„Wir beide, irgendwann“ war mich eine tolle Reise in die Vergangenheit, da ich 1996 selbst ungefähr so alt wie Emma und Josh war. Ich kann mich noch gut an einige Situationen von damals erinnern, die in diesem Buch beschrieben wurden. Das Geräusch, mit dem sich ein Modem einwählt, werde ich wohl nie vergessen. Dafür habe ich den Film „Wayne’s World“ umso mehr verdrängt.

Mit viel Spaß habe ich gelesen, wie kleinste Entscheidungen in Emmas und auch Joshs Leben die Zukunft in ihrem Facebook-Profil verändert haben. Sehr unterhaltsam fand ich die treffsicheren Kommentare der Beiden zu der späteren Profilierungssucht im Internet. Wer braucht 400 Freunde bei Facebook? Und warum ist so wichtig zu verkünden, dass man gerade Nudeln isst?

Meine sehr hohen Erwartungen an die Liebesgeschichte wurden nicht ganz erfüllt. Das lag an Emma, die ein nicht ganz leichter Charakter ist. Vermutlich aufgrund der Scheidung ihrer Eltern glaubt Emma nicht an die Liebe. Sie lässt keinen Jungen wirklich an sich heran und ist auch sonst ziemlich kratzbürstig. Die Hormone, die in dem Alter verrückt spielen, tun ihr übriges dazu und bringen Emmas und Joshs Leben ziemlich durcheinander.

„Wir beide, irgendwann“ ist sowohl ein Buch für Teenager, aber auch Erwachsene. Besonders Leser, die in den 90er Jahren selbst Teenager waren, dürften mit diesem Roman viel Vergnügen haben.

Sterne: 4 von 5

Fifty Shades Darker (E. L. James)

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Fünf Tage ist es her, dass Ana Christian an den Kopf warf, dass er ein Perversling sei, und ihn verließ. Jetzt bittet Christian sie um einen neuen Versuch, dabei will er sich nach ihren Bedingungen richten.

Nachdem ich letzte Woche den ersten Teil der Reihe gelesen hatte und diesen ziemlich unterhaltsam fand, habe ich mir dank des Cliffhangers „Fifty Shades Darker“ besorgt.
Fifty Shades Darker“ setzt nahezu nahtlos da an, wo „Fifty Shades of Grey“ geendet hat.

Schon der erste Teil lieferte eine sehr weichgespülte Variante von BDSM und „Fifty Shades Darker“ ist in dieser Beziehung noch harmloser. Viel mehr als Fesselspielchen und ein paar Klatscher auf den Po gibt es kaum. Von einem Vertrag, in dem es um Doms und Subs geht, ist überhaupt nicht mehr die Rede.

Während im ersten Teil Christian noch (vergeblich) versuchte, Ana nach seinen Spielregeln zu dominieren, krempelt sie jetzt sein Gefühlsleben deutlich um. Der „tortured hero“ wird gezähmt, eine Heilung seiner emotionalen Wunden ist in Sicht. Ana und der Leser erfahren mehr über Christians Vergangenheit und die Gründe für seine sexuellen Vorlieben. Ich muss gestehen, dass mir Christian in diesem Buch wesentlich sympathischer war.

Ich habe „Fifty Shades Darker“ bedeutend entspannter als „Fifty Shades of Grey“ gelesen, da hier kein Vertrag drohte, der mir im ersten Teil doch ein wenig Magengrimmen verursachte. Dafür bin ich aber auch nicht so schnell durch die Seiten geprescht.

Neben emotionalem Striptease und einigen Sexszenen gibt es Begegnungen mit ehemaligen Gespielinnen, einen lüsternen Chef und Mrs Robinson mischt auch kräftig mit.

Der Schreibstil hat sich nicht wesentlich gebessert, aber da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, ist es mir nicht ganz so eklatant aufgefallen. Von Vorteil ist auch, dass Ana nicht mehr wie im ersten Teil plötzlich von einem tolpatschigen, naiven Mädchen zu einer sexuell sehr aktiven Frau mutieren muss.

Fazit: Hirn ausschalten und sich unterhalten lassen. Wem der erste Teil gefallen hat und wissen möchte, wie es mit Ana und Christian weiter geht, bekommt eine Antwort geliefert, die viele Leser sicherlich befriedigen wird. Wer aber nicht auf Liebesromane steht, sollte hiervon die Finger lassen.
Wie beim ersten Teil komme ich auf 3,5 Sterne.

Den Wölfen zum Fraß (Jack Kerley)

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Eine Journalistin wird ermordet aufgefunden. Wenig später stirbt ein Gefängnisinsasse, der von der Journalistin interviewt wurde, an Gift. Carson Ryder und Harry Nautilus ermitteln.

Den Wölfen zum Fraß“ ist der dritte Teil der Carson Ryder-Reihe. Da ich diese Serie liebe, stelle ich ziemlich hohe Ansprüche an die Thriller von Jack Kerley. Dieses Buch ist gut, aber nicht begeisternd.

Es dauert eine Weile, bis „Den Wölfen zum Fraß“ so richtig in Fahrt kommt. Bis dahin habe ich vor allem Carsons und Harrys Scherzen Spaß gehabt. Mir liegt Kerleys Humor einfach.

Schade fand ich, dass Jeremy, Carsons psychopathischer Bruder, leider keinen Auftritt hatte. Gerade diese Figur macht für mich diese Reihe so lesenswert.

Neben der Jagd nach einem haarigen Mörder hat Carson auch privat Probleme. Sein Liebesleben ist mal wieder ziemlich turbulent. Ich würde mir wünschen, dass hier bald etwas Ruhe einkehrt.

„Den Wölfen zum Fraß“ eignet sich nicht für Einsteiger in die Serie, da es nicht an die vorherigen Bücher heran kommt. Wer aber die Serie liebt, sollte seine Erwartungen etwas runterschrauben, und kann dennoch Spaß haben.

Sterne: 3 von 5

Drachengold (Naomi Novik)

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Captain Will Laurence und Temeraire bekommen den Auftrag von Australien nach Brasilien aufzubrechen. Auf der Reise dorthin treffen sie auf alte Feinde und lernen das mächtige Inkareich kennen.

Mittlerweile dürfte Naomi Novik fast alle Kontinente durch haben. Jetzt fehlen meiner Meinung nach nur noch Nordamerika und die Antarktis. Nach Australien in ‚Drachenwacht‘ ist jetzt Südamerika dran.

Während ich bei ‚Drachenwacht‘ noch das Gefühl hatte, dass sich die Handlung bzw. Spannung der langen, einsamen Weite Australiens angepasst hatte, d.h. es zog sich ziemlich hin, hat ‚Drachengold‚ wieder mehr Schwung. Das Lesen machte richtig Spaß.

Mit dem Inkareich und den zugehörigen Drachen hat Naomi Novik wieder eine interessante Gesellschaft geschaffen.

Iskierka hat wieder ein paar wunderbare Auftritte und mich mehrmals zum Lachen gebracht. Jeder Drachenreiter wäre mit Iskierka gestraft, aber sie sorgt wirklich für einige Unterhaltung. Vor allem mit Temeraire, wenn der wieder seine Launen hat, sei es beispielsweise aus Eifersucht, ist sie köstlich.

Ich lese Naomi Noviks Bücher immer gerne, aber dennoch wäre ich nicht allzu böse, wenn die Serie bald zu Ende geht. Zuletzt hatten sich doch ab und an einige Ermüdungserscheinungen gezeigt, auch wenn der aktuelle Teil der Serie wieder durchaus unterhaltsam ist. Großzügige vier Sterne.

Sterbensangst (David Mark)

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  • Titel: Sterbensangst
  • Autor: David Mark
  • Originaltitel: The Dark Winter
  • Reiheninfo: Beginn einer neuen Serie
  • Verlag: Ullstein
  • Seitenzahl: 349
  • ISBN: 978-3-548-28433-0
  • Kaufmöglichkeit: hier
  • Erscheinungsdatum: 13. Juli 2012

Inhalt:

Kurz vor Weihnachten wird eine junges Mädchen in einer Kirche niedergestochen. Kurz darauf wird ein Mann verbrannt. Der Polizist Aector McAvoy ist davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang gibt und macht sie auf die Suche nach dem Täter und mögliche weitere Opfer.

Rezension:

„Sterbensangst“ ist der erste Roman von David Mark, der vorher als Gerichtsreporter arbeitete. Dieser Kriminalroman ist der Start einer Reihe um den Polizisten Aector McAvoy, der in der nordenglischen Küstenstadt Hull lebt.

Aector McAvoy ist ein Ermittler, der nicht den üblichen Klischees entspricht. Körperlich ist er ein Riese, aber seltsam unsicher und zurückhaltend. Seine Familie und Gerechtigkeit sind das, was für ihn zählen. Vermutlich da er so gar nicht zu dem bekannten Bild eines Polizisten in Kriminalroman passt, hatte ich zu Beginn leichte Probleme mit Aector McAvoy. Doch je mehr ich über ihn erfuhr, desto mehr wuchs er mir ans Herz.

Der Kriminalfall ist spannend. Obwohl das Motiv für die Morde sich im Laufe der Handlung für den Leser abzeichnet, bleiben der Auslöser und der Täter bis kurz vor dem Ende unbekannt. Die Taten sind brutal, die Szenen werden aber nicht so detailliert beschrieben, dass empfindlichere Leser abgeschreckt werden.

David Mark gelingt es gut, die Atmosphäre der englischen Stadt Hull während der Winterzeit wiederzugeben.

Allerdings lag mir der Schreibstil des Autors nicht sehr. David Mark schreibt im Präsens. Wenn Aector McAvoys Eindrücke geschildert, wirkt dieses manchmal abgehackt und hektisch. Zum Ende hin hatte ich mich aber daran gewöhnt. Dennoch würde ich mir wünschen, dass David Mark bei seinen nächsten Büchern nicht mehr den Präsens wählt.

Fazit: „Sterbensangst“ ist ein Kriminalroman mit einem Täter, der einem Thriller entsprungen sein könnte. Der Polizist Aector McAvoy hebt sich erfreulich von den üblichen harten Ermittlern, die die Krimiszene hauptsächlich bevölkern, ab. Der Schreibstil des Autors dürfte aber nicht jedem Leser liegen.

Sterne: 3,5 von 5

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar.