Das Seil (Stefan aus dem Siepen)

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Bauern finden ein Seil, das in den benachbarten Wald hineinführt. Während die Frauen daheim bleiben, machen sich die Männer auf den Weg, um das Ende des Seils zu finden. Dies hat schwerwiegende Konsequenzen.

Covergestaltung und Inhaltsangabe lassen einen Spannungsroman vermuten. Doch glücklicherweise weist der Verlag im Klappentext darauf hin, dass es sich bei Stefan aus dem Siepens neuestem Buch um eine Parabel handelt. Doch worauf bezieht sich diese Parabel?

Eine Parabel soll den Leser zum Nachdenken bringen, ihre eigentliche Bedeutung muss sich der Leser selbst erschließen.
Die vom Verlag gleich mitgelieferte Interpretation, dass es in „Das Seil“ um das Verhängnis blinder Obsession geht, kann ich teilweise nachvollziehen. Hinzu kommt, dass die Bauern einem Rattenfänger blind folgen. Dabei kommen menschliche Abgründe wie Gier und Mord zutage. Doch hat mich „Das Seil“ als Parabel nicht vollständig überzeugt. Zu viel wird meiner Meinung nach nur oberflächlich angekratzt. Jedoch ist die Interpretation jedem Leser selbst überlassen.

Keine Frage, Stefan aus dem Siepen kann schreiben, sein Sprachstil überzeugt, aber richtig fesseln und auf emotionaler Ebene berühren konnte er mich nicht. Dafür ist „Das Seil“ nicht eindringlich genug.

Die Parabel „Herr der Fliegen“ von Golding hat mich da viel mehr berührt und stärker zum Nachdenken angeregt.

Sterne: 3 von 5

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