Mission Munroe – Die Touristin (Taylor Stevens)

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Vanessa Munroe ist darauf spezialisiert, für ihre Klienten ausführliche Berichte über Länder, Regionen, … zusammenzustellen. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Vergangenheit bekommt sie den Auftrag, eine junge Frau wiederzufinden, die vor vier Jahren auf einer Reise durch Zentralafrika spurlos verschwand.

Vanessa Munroe ist eine ungewöhnliche Heldin. Sie kann über zehn Sprachen fließend sprechen, ist tödlich im Kampf mit Messern und auf emotionaler Ebene sehr beschädigt. In gewisser Weise fühlte ich man an Lisbeth Salander aus Stieg Larsons Trilogie erinnert, ebenfalls eine starke Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Stückchenweise erfährt der Leser mehr über Munroes Kindheit in Afrika und die Gründe für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Leider gelingt es Taylor Stevens nicht immer, eine emotionale Bindung zwischen Leser und Munroe aufzubauen. Trotz allem blieb sie mir fremd und ich konnte nicht immer nachvollziehen, warum sie in der Vergangenheit so und nicht anders handelte. Aber vielleicht wird Taylor Stevens die weiteren Bücher der Reihe nutzen und ihre Protagonistin mit mehr Leben füllen. Die Ecken und Kanten sind bereits vorhanden.

Von der Norm weichen auch die Handlungsorte ab. „Mission Munroe – Die Touristin“ spielt in Zentralafrika. Ich kann mich nicht erinnern, bisher einen Thriller gelesen zu haben, der in Kamerun oder Äquatorialguinea spielt. Meine Kenntnisse über diese Länder halten sich in Grenzen, dennoch hatte ich den Eindruck, dass Taylor Stevens weiß, wovon sie schreibt. Beim Lesen werden die Menschen und Orte vor dem geistigen Auge lebendig. Doch es herrschen vor allem auch Korruption und Willkür, was die Reise für Touristen so gefährlich macht. Davon lebt dieser Thriller, die ohne den typischen Serienkiller auskommt. „Mission Munroe – Die Touristin“ ist spannend und exotisch. Eine schöne Abwechslung zu den üblichen Thrillern.

Taylor Stevens hat selbst ein nicht einfaches und bewegtes Leben hinter sich. Sie wuchs in einer Sekte auf, wurde als Teenager von ihren Eltern getrennt und lebte in den verschiedensten Ländern. Da ist die Vermutung nicht abwegig, dass dieser Thriller zum Teil von ihren eigenen Erfahrungen inspiriert wurde. Wenn man bedenkt, dass Taylor Stevens keine vernünftige Schulbildung erhielt und als Teenager keine Bücher lesen durfte, ist ihr Debutroman sehr eindrucksvoll.

Sterne: 4 von 5

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