Archiv für den Tag April 29, 2012

Elbenthal-Saga: Die Hüterin Midgards (Ivo Pala)

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An ihrem 17. Geburtstag erfährt Svenya nicht nur, dass sie eine unsterbliche Elbenprinzessin ist, sondern auch die Hüterin von Midgard. In der Festung Elbenthal, unterhalb von Dresden, wird sie trainiert, damit sie gegen ihre Feinde, die Dunkelelben, kämpfen kann.

Die Elben haben sich der heutigen Zeit und Technik angepasst und kämpfen mit den modernsten Waffen. Elektronisch sind ebenfalls bestens ausgerüstet. Obwohl die Hauptfigur eine junge Frau ist, dürfte dieser Fantasy-Roman u.a. deswegen auch für Jungs interessant sein.

Ein weiterer Pluspunkt für männliche Leser ist garantiert die Action. Da wird trainiert, gekämpft und Monster gejagt.

Generell liest sich das Buch sehr gut und flüssig. Es kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.

Dennoch kann ich mich der allgemeinen Begeisterung über dieses Buch nicht ganz anschließen. Das liegt daran, dass ich mit den Figuren nie richtig warm wurde, es blieb immer eine gewisse Distanz. Auch die jeweiligen Schauplätze wurden vor meinem geistigen Auge nicht lebendig, die Gegend wirkte auf mich eher kalt.

Ivo Pala verarbeitet in „Die Hüterin Midgards“ nordische Mythen und bedient sich u.a. bei der Nibelungensage. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass nicht nur die Namen diese Vorbilder übernommen werden. Ich liebe es, wenn ich Parallelen und Anspielungen zu bekannten Göttern, Helden und Sagen in Romanen wiederfinden kann.

Das Buch selbst ist sehr schön gestaltet. Das Cover hat einen metallischen Glanz, vorne und hinten sind innen gezeichnete Landkarten der Gegend im Dresden abgebildet.

Sterne: 3 von 5

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Die Tigerfrau (Téa Obreht)

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Als Natalia von dem Tod ihres Großvaters erfährt, erinnert sie sich vor allem an die Geschichte, die er gerne erzählte. Von dem Mann, der nicht sterben konnte, aber den Tod seiner Mitmenschen voraussah. Und dann ist da noch die Geschichte von der taubstummen Tigerfrau.

Eigentlich fallen Bücher wie „Die Tigerfrau“ überhaupt nicht in mein Beuteschema. Umso glücklicher bin ich, dass ich dieses Buch doch gelesen habe.

„Die Tigerfrau“ ist ein Buch, auf das man sich Ruhe einlassen muss und nicht einfach nebenbei lesen sollte. Zumindest ging es mir so. Nachdem ich mich zurückgezogen hatte, wuchs mir dieses Buch von Kapitel zu Kapitel mehr ans Herz.

Manche Rezensenten schreiben von Fantasy-Elementen, wenn sie die Geschichten von Natalias Großvater beschreiben wollen, die nicht rational zu erklären sind. Ich würde es einfach als Magie bezeichnen. Téa Obreht verknüpft Mythen und Aberglaube mit der jüngsten Geschichte ihres Heimatlandes Jugoslawien.

Der Schreibstil ist eindringlich und eindrucksvoll. Trotzdem lässt sich das Buch sehr flüssig lesen.

Auch wenn es in „Die Tigerfrau“ mitunter um Tod, Krieg und Gewalt geht, ist dieser Roman ein Wohlfühlbuch. Nachdem ich die letzte Seite umgeblättert hatte, blieb ich mit einem glücklichen Gefühl und einem Lächeln im Gesicht zurück.

Sterne: 5 von 5