Archiv für den Tag April 15, 2012

Ich bin der Herr deiner Angst (Stephan M. Rother)

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Ein Mitarbeiter der Hamburger Polizei wird einem Club im Rotlichtviertel brutal ermordet. Während Jörg Albrecht und Hannah Friedrich ermitteln, wird eine weitere Kollegin das nächste Opfer. Der Täter scheint mit einem alten Fall zu tun zu haben.

Ich gebe zu, ein bin ein kleiner Snob was deutsche Thriller betrifft. Mir gefällt der Stil der amerikanischen oder englischen Thriller meist besser, wahrscheinlich eine Gewohnheitssache.

Ich bin der Herr deiner Angst“ ist da eine positive Überraschung. Dieser Thriller ist spannend, kann überraschen und hat einen ungewöhnlichen Plot, auch wenn dieser natürlich etwas konstruiert ist, was mich bei solchen Büchern nicht wirklich stört.

Allerdings musste ich mich Stephan M. Rothers Schreibstil erst gewöhnen. Er schreibt in teilweise abgehackten Sätzen und baut eine Distanz zwischen seinen Figuren und den Lesern auf.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal vor allem aus der Sicht von Jörg Albrecht, der die Ermittlungen leitet und einen Packen Probleme mit sich herumträgt. Er ist geschieden und leidet im Laufe der Untersuchungen immer mehr an Schuldgefühlen. Hannah Friedrich ist die Ich-Erzählerin.

Aufgrund des ziemlich martialischen Titels hatte ich eigentlich blutigere Szenenbeschreibungen erwartet. Selbstverständlich sind die Morde grausam, aber es werden nur die gefundenen Leichen beschrieben. Es bleibt dem Leser selbst überlassen, sich die Todesqualen auszumalen. Ich gestehe, dass ich mittlerweile einiges härteres gewohnt bin.

Sterne: 4 von 5

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Die Gebeine von Avalon

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Dr. John Dee ist Astrologe am Hof von Königin Elisabeth. In ihrem Auftrag reist er nach Glastonbury um dort die Gebeinde von König Artus zu finden. Doch in der ehemals katholisch geprägten Stadt herrscht Angst und Aberglaube. Dann wird ein Mann aus dem Gefolgte von Dee brutal ermordet.

Phil Rickman, der vor allem durch seine Krimireihe um Merrily Watkins bekannt ist, hat mit „Die Gebeine von Avalon“ einen historischen Krimi geschrieben. Dabei ist Dr. John Dee, eine historische Figur, die ich bis dato noch nicht kannte, obwohl sie in beispielsweise auch Marzis „Lycidas“ eine wichtige Rolle spielt, der Erzähler. Dee ist Rechtswissenschaftlicher, Astrologe und auch Alchimist, der zur Zeiten der Regentschaft von Maria Stuart der Zauberei angeklagt war.

Der Einstieg in „Die Gebeine von Avalon“ ist nicht ganz einfach. Es tauchen viele historische Persönlichkeiten auf, die Phil Rickman nicht explizit vorstellt. Mir hat es sehr geholfen, nebenbei bei Wikipedia zu stöbern. Auch lässt sich Rickman viele Seiten Zeit, bis der Leser erkennt, in welche Richtung dieses Buch geht. Ein paar Kürzungen hätten sicherlich nicht geschadet.

Dennoch habe ich dieses gut recherchierte Buch mit großem Interesse gelesen. Frisch von einer Londonreise zurück, war es herrlich, in diese spannende Epoche der englischen Geschichte einzutauchen. Rickmann stellt die damalige Zeit mit ihren Persönlichkeiten und den Glaubenskriegen gelungen dar.

Sterne: 4 von 5