Archiv für den Tag April 7, 2012

Sorry (Zoran Drvenkar)

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Die vier Freunde Kris, Wolf, Tamara und Frauke gründen in Berlin eine Agentur, die sich für ihre Auftraggeber entschuldigt. Eines Tages bekommen sie einen Auftrag, der sie zu einer verlassenen Wohnung führt. Dort befindet sich eine ermordete Frau, der sie eine Entschuldigung vortragen und dann die Leiche beseitigen sollen. Doch das ist erst der Anfang eines Albtraums.

Zoran Drvenkar macht es dem Leser nicht einfach in die Handlung einzutauchen. Zwischen den Kapiteln springt er zwischen den Erzählperspektiven hin und her. Mal auch in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Direkte Rede wird nicht verwendet. So dauert es ein wenig, bis man als Leser dem Faden folgen kann. Aber sobald der Leser sich auf den Erzählstil eingelassen hat, lässt ihn dieser Thriller über Vergebung, Rache, Sühne und Freundschaft nicht mehr los.

Immer wieder schafft es Zoran Drvenkar seine Leser zu überraschen. Selbt erfahrene Thrillerleser werden an „Sorry“ ihren Spaß haben und die Spannung genießen. Also bloß nicht von dem gewöhnungsbedüftigen Schreibstil abschrecken lassen!

Sterne: 4 von 5

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Tabu (Casey Hill)

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Reilly Steel, Amerikanerin aus Kalifornien, kehrt in die Heimat ihres Vaters Irland zurück, um in Dublin als forensische Expertin für die Polizei zu arbeiten. Dort entdeckt sie auch, dass es sich bei zwei scheinbaren Selbstmorden in Wirklichkeit um Mord handelt. Der Täter hatte seine Opfer vor ihrem Tod gezwungen, gesellschaftliche Tabus zu brechen. Es werden weitere Opfer gefunden.

Bei Casey Hill handelt es sich um ein Autorenpaar, das mit „Tabu“ sein Debüt im Thrillerbereich abliefert. Eine Fortsetzung um Reilly Steel ist bereits geplant.

Bei einem Thriller mit dem Titel „Tabu“, in dem es u.a. um Inzest und Kannibalismus geht, hatte ich mehr Schockelemente erwartet. Doch in dieser Beziehung sind die Autoren relativ zurückhaltend. Diese Themen werden nur als Ergebnis der Ermittlungen erwähnt, aber nie detailliert beschrieben. Also können bei diesem Buch etwas zarter besaitete Leser zugreifen.

„Tabu“ bietet spannende Unterhaltung. Für mich lag vor allem die Faszination darin, wissen zu wollen, welches Szenario der Mörder für seine nächsten Opfer geplant hat. Allerdings fand ich das Motiv für die Morde doch arg konstruiert, so dass der Lesegenuss zum Ende hin etwas getrübt wurde. Insgesamt ist „Tabu“ dennoch ein solider Thriller.

Sterne: 3 von 5