Archiv für den Tag April 6, 2012

Die Insel der besonderen Kinder (Ransom Riggs)

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Als Kind bekam Jacob von seinem Großvater Geschichten von einer geheimnisvollen Insel erzählt, auf der Kinder mit besonderen Kräften lebten. Je älter er wurde, desto überzeugter war Jacob, dass es sich nur im Märchen handelt, die sein Großvater erzählte, um seine grausame Kindheit zu verarbeiten. Doch dann stirbt der Großvater auf brutale Weise und fleht Jacob an, sich aus Sicherheitsgründen auf die Insel zu begeben.

Was an „Die Insel der besonderen Kinder“ an erster Stelle auffällt, ist die wunderbare Aufmachung. Nicht nur das geheimnisvolle Cover, das grün gehalten ist, sticht ins Auge. Im Buch selbst sind viele Schwarzweißbilder abgebildet, die der Autor Ransom Riggs gesammelt hat und in die Handlung eingebaut hat. Die Bilder zeigen meist kuriose Szenen mit Menschen, die ernsthaft in die Kamera blicken.

Ransom Riggs gelingt es wunderbar, die Gefühlswelt eines Teenagers spannend und nachvollziehbar darzustellen. Sein Schreibstil sorgt dafür, dass der Leser das Buch kaum aus der Hand legen möchte.

„Die Insel der besonderen Kinder“ ist eine Abenteuergeschichte, ein Jugend-, aber auch Monsterroman mit Gruselelementen. Dabei ist selbst bis zum Ende nicht klar, was Realität und was Fiktion ist.

Ransom Riggs scheint bereits eine Fortsetzung eingeplant zu haben. Anders kann ich mir das offene Ende nicht erklären. Dieses Ende ist auch mit mein einziger Kritikpunkt. Denn bis zum Schluss wird nicht klar, was es genau mit den besonderen Kindern auf sich hat. Was will uns Ransom Riggs damit sagen? Welche Rolle spielt der Weltkrieg und die Flucht von Jacobs Großvater vor den Deutschen? So wirkt das Buch unvollständig.

Sterne: 4 von 5

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Winterstarre (Joachim Rangnick)

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In einer einsamen Berghütte in den Allgäuer Alpen werden mehrere verweste Leichen gefunden. Es handelt sich um illegale Arbeiter, die mit einem mysteriösen Virus infiziert waren. Journalist Robert Walcher ermittelt.

Joachim liebt eindeutig Verschwörungstheorien. Die Hysterie um H1N1 hat den Autor offensichtlich nachhaltig fasziniert. Schade nur, dass ich Verschwörungstheorien äußerst skeptisch gegenüber stehe.

Winterstarre“ beginnt spektakulär und gänsehautverursachend. Ich hatte regelrecht die Fliege summen hören und den Verwesungsgeruch in der Nase spüren. Doch dann verliert sich Joachim Ragnick in seiner sehr ausführlichen Erzählung der Handlung und vergisst mitunter dabei, dass es sich um einen Krimi handeln soll.

Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen. Denn der Humor ist bissig und die Erzählung teils bitterböse. Da werden Leichen von gottesfürchtigen Einwohnern schnurstracks entsorgt und das Gewissen spielt kaum eine Rolle. Die Szenen sind teilweise so absurd, dass man nur mit den Ohren schlackern kann.

Sterne: 3 von 5