Archiv für den Tag April 5, 2012

Die Flüsse von London (Ben Aaronovitch)

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Peter Grant ist frisch bei der Polizei von London, als er feststellt, dass es Geister gibt. Da er offensichtlich magische Fähigkeiten hat, bekommt er das Angebot, einer besonderen Einheit beizutreten und Zauberlehrling zu werden.

Das Cover dieses Buchs hatte bei mir ganz andere Erwartungen hervorgerufen. Zum einen hatte ich gedacht, dass der Roman in erster Linie für Jugendliche geschrieben. Außerdem hatte ich die Vorstellung, die Handlung würde in einem älteren London spielen. Tatsache ist aber, dass „Die Flüsse von London“ zu unserer Zeit spielt und die Zielgruppe vor allem junge und jung gebliebene Erwachsene sind (Sex spielt hier durchaus eine Rolle, wenn auch keine große). Eine nette Überraschung.

„Die Flüsse von London“ ist eine Mischung aus Krimi und Urban Fantasy, wobei der Kriminalfall die kleinere Rolle spielt. Viel mehr freut sich der Leser auf die Überraschungen, die Ben Aaronovitch wohl aus dem Hut zaubert. Da gibt es Geister, Vampire und Flussgötter. Beim Lesen fühlte ich mich teilweise an Neil Gaiman oder Kai Meyer erinnert.

Da ich letztes Jahr selbst gerade in London war, ist es natürlich schön, wenn bei der Beschreibung der Schauplätze wieder Erinnerungen wach werden. Dem Autor gelingt es gut, die durchaus magische Atmosphäre dieser Stadt einzufangen.

„Die Flüsse von London“ liest sich flüssig, ist humorvoll und unterhaltsam. Doch zum Ende hin, hätte ich mir mehr Spannung und innovative Ideen gewünscht. Die Magie der Zauberwelt, die Peter Grant neu für sich entdeckt, wollte bei mir nicht ganz überspringen. Hier hätte ich mir detailliertere Beschreibungen gewünscht.

Wenn mir der zweite Teil der Reihe, „Schwarzer Mond über Soho“ über den Weg läuft, werde ich aber sicherlich zugreifen.

Sterne: 3,5 von 5

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Schweinehunde (Lotte & Soren Hammer)

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Dänemark: In einer Sporthalle werden fünf brutal ermordete Männer gefunden. Alles wirkt wie eine Hinrichtung. Während die Polizei lange Zeit im Dunkeln tappt, kursieren u.a. im Internet bald die Gerüchte, dass es sich bei den Ermordeten um Pädophile handelt. In der dänischen Bevölkerung tobt die Diskussion, wie mit den Tätern umzugehen ist.

Die Inhaltsangabe klang äußerst vielversprechend, wobei ich leichte Sorge hatte, dass ich das Thema Kindesmissbrauch schwer verkraften würde. Doch darum hätte ich mir keine Sorgen machen müssen.

Zwar beginnt „Schweinehunde“ durchaus spektakulär und grausig, aber die Spannung flacht schnell ab. Schnell ist das Motiv klar und die Täter sind auch kein Geheimnis. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Personen auftaucht, die ich irgendwann nicht mehr auseinander halten konnte. Dafür waren sie nicht interessant genug.

Enttäuschender fand ich jedoch, dass die Täter bzw. früheren Opfer sehr blass bleiben. „Schweinehunde“ hätte sicherlich mehr Wucht gehabt, wenn der Leser noch mehr aus ihrer Vergangenheit erfahren hätte.

So Leid es mir tut, dies über ein Buch mit dem Thema Kindesmissbrauch und Selbstjustiz zu sagen, aber nach dem Lesen hat mich dieser Roman kaum noch beschäftigt. Leider eine vertane Chance.

Sterne: 2 von 5